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Tagesmütter bekommen Unterstützung

Kinderbetreuung : Unterstützung für Tagesmütter

Auch wenn zurzeit keine Kinder betreut werden, gibt es Geld vom Kreis.

(cmo) Nicht Ihr Kinderlein kommet, sondern ihr Kinderlein bleibt daheim, heißt das Motto zur Kinderbetreuung derzeit in den Schulen und Kitas im ganzen Land, die wegen der Coronavirus-Epidemie geschlossen wurden. Betreuung in Schulen und Kitas gibt es aktuell nur auf Anfrage für Eltern in „systemrelevanten Berufen“.

Doch die private Kinderbetreuung durch Tagesmütter ist von den Schließungen wegen der Corona-Krise ausgenommen. So auch im Landkreis Bernkastel-Wittlich: Wenn Tagesmütter seit Beginn der Corona-Krise ihr Geld verdienen wollten, mussten sie auch weiterhin Kinder zur Betreuung in den eigenen vier Wänden aufnehmen.

„Leider wurde hier nicht sehr weit gedacht“, schrieb dazu kürzlich eine Tagesmutter aus Wittlich der TV-Lokalredaktion. „Ich habe zehn Tagespflegekinder und darf zeitgleich fünf Kinder betreuen. Hinzu kommen aber auch noch meine beiden Kinder. Ich habe keine Köchin und auch keine Putzfrau. Ebenso keinen Kollegen, der für die erforderliche Hygiene sorgen kann. Auch ich bin dazu nicht in der Lage. Alles spielt sich in meinen vier Wänden ab. Wir bekommen gesagt, halten Sie sich an die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen. Aber es ist schlicht weg nicht möglich“, erklärte die Tagesmutter der TV-Redaktion.

Sie habe durch die Kindertagespflege direkten Kontakt mit bis zu 30 Personen. „Hier wird mit dem Leben von Kindern und Familien gespielt. Wir brauchen dringend Hilfe um unsere Tageskinder, deren Familien und zuletzt auch unsere Familien zu schützen.“

Sie sei jedoch aus finanziellen Gründen gezwungen weiter Kinder zu betreuen und zu arbeiten, erklärte die junge Frau vergangene Woche. Sie fragte sich und der TV die Kreisverwaltung, weswegen nicht auch die private Kinderbetreuung durch Tagesmütter ausgesetzt wird?

Wie Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, dem TV nun auf Anfrage mitteilt, gibt es für die tagesmütter gute Nachrichten. Die Kreisverwaltung habe sich jüngst mit der Kindertagespflege in Zeiten der Corona-Epidemie befasst und eine Regelung getroffen, nach der den Tagespflegepersonen die laufende Geldleistung für die Zeit ab dem 16. März bis zur Beendigung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in unveränderter Höhe zustehe.

Für Tagesmütter ist das sicher keine schlechte Nachricht. Denn selbst wenn sie nun keine Kinder betreuen, fließt Geld von der Kreisverwaltung und „zwar unabhängig davon, ob dies im Verantwortungsbereich der Eltern oder der Kindertagespflegeperson liegt.“
Hierdurch erfolge eine Angleichung an das in Kindertageseinrichtungen eingesetzte Personal. Durch die vergleichbare Behandlung mit dem Personal in Kindertageseinrichtungen werde jedoch von den Tagespflegepersonen erwartet, dass sie bei den von ihnen derzeit betreuten Kindern ebenfalls eine Notbetreuung gewährleisten, sofern eines der Elternteile in einem systemrelevanten Beruf arbeite.