Tanzend die eigene Mitte finden

Seit zehn Jahren leitet Magdalena Peters aus Trier die Gruppe "Meditativer Tanz" der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich. Jetzt trafen sich die Mitglieder zu einem Jubiläumstanzabend in der Akademie Kues. Normalerweise finden die Tanzabende in Klausen statt.

Klausen/Bernkastel-Kues. (cls) Begonnen hat alles im Dezember 1998. Damals wurde die Gruppe "Meditativer Tanz" der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich ins Leben gerufen. Seit Anfang dabei sind Annemarie Barzen, Dagmar Hoffmann, Ursula Layes-Meyer (alle Klausen) sowie Maria Klar aus Esch.

Achtmal im Jahr treffen sich die überwiegend weiblichen Teilnehmer, die aus dem ganzen Kreisgebiet kommen. Der einzige männliche Besucher der Gruppe wohnt in Traben-Trarbach. Christian von Rysten kommt mit einer weiteren Bewohnerin des Ortes immer wieder nach Klausen. Er ist begeistert: "Die schöne Harmonie der Gruppe, die Musik, das Gefühl ein Teil der Gruppe zu sein, lässt einen abschalten. Man kann sich von der Musik leiten lassen."

Peters erklärt: "Wir tanzen Bewegungsformen und Tänze zu Musik aus unterschiedlichen Kulturen. Die Tänzer bewegen sich um eine jahreszeitlich gestaltete Mitte. Dabei finden sie durch einfache bis mittelschwere, ruhige oder auch beschwingte Tänze mit einer festen Choreographie und der heilsamen Wirkung der Musik zur eigenen Mitte." Sie ergänzt: "Im Tanzkreis sein heißt, geborgen und aufgehoben zu sein. Er trägt auch dazu bei, dass sich andere aufgehoben wissen." Sie ist Pädagogin und seit 15 Jahren Musikschullehrerin an der Kreismusikschule. Durch eine zweijährige Ausbildung "Tanzen - Meditieren - Gestalten" und durch viele Aus- und Weiterbildungen hat sie Kenntnisse erworben und erweitert. Neben dem meditativen Tanz unterrichtet Peters seit Jahren auch Kinder in der musikalischen Früherziehung. Extra Meditativer Tanz: Der Ballettmeister und Choreograph Prof. Bernhard Wosien (1908 bis 1986) gilt als Begründer des Meditativen Tanzes. Die Erfahrungen, die Wosien mit dem schweigenden Gebet machte, setzte er in Tanz um. Beim Tanz wird der Tanzende nicht nur mit seinen Stärken, sondern auch mit Schwächen, Ängsten und Defiziten konfrontiert. Durch die Kraft der Musik, Harmonie der Bewegungsabläufe und klaren Tanzstrukturen erfahren die Menschen die wohltuende psychische Wirkung und dadurch auch Heilung.