Teamgeist für nur einen Euro

MORBACH. (urs) Der stete Wechsel von Ein-Euro-Kräften bringt das Morbacher Service-Projekt "Mandala" nicht in Bedrängnis. Probleme wie beim geschlossenen "Wapsi Wäsche-Service" sind nicht zu befürchten.

"Bei uns sind die Strukturen ganz anders", nennt Michaela Schuh, Leiterin des Service-Projektes "Mandala", wesentliche Unterschiede zum kürzlich geschlossenen "Wapsi Wäsche-Service". Nicht nur, dass Mandala neben Waschen und Nähen ganz verschiedene Leistungen (siehe Extra) wie etwa auch Kinderbetreuung anbietet. Die Mitarbeiter sind auch selten auf sich allein gestellt. Ihre Chefin ist mit zwei weiteren Vollzeitkräften immer vor Ort. Obwohl im Haus nicht weniger als 32 Ein-Euro-Kräfte ein- und ausgehen, läuft es bei dem Projekt rund. Denn andererseits gibt es auch Mitarbeiter, die schon von Anfang an - seit 2003 - dabei sind. Wie in einem regulären Betrieb hat sich daher laut Schuh ein "Teamgeist" entwickelt. Dieser bewährt sich vor allem dann, wenn jemand krank wird oder eine der oft alleinerziehenden Frauen aus familiären Gründen kurzfristig verhindert ist. Als beispielsweise nach dem Unwetter in Morbach ungewöhnlich viele Leute ihre Wäsche vorbei brachten, verzichtete eine der Frauen aus freien Stücken auf ihren Urlaub, um den anderen zu helfen. Zugewiesen werden die Mitarbeiter von der Arge, der Arbeitsgemeinschaft Agentur für Arbeit im Landkreis. Diese habe auch die Zahl 32 festgelegt, sagt Schuh. Und zwar auf Basis der Rahmenkosten, die dem gemeinnützigen Träger "Lernen und Arbeiten" in Morbach entstehen. Wie die Mitarbeiter dann konkret eingesetzt werden, orientiert sich am Bedarf. "Wir können ein bisschen jonglieren mit den 32 Kräften", sagt Schuh. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass Ein-Euro-Kräfte höchstens sechs Stunden pro Tag und 120 pro Monat arbeiten sollten. Außerdem haben etliche in der "Mandala"-Belegschaft weder Führerschein noch Auto, so dass sie auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, was ihre Arbeitszeit begrenzt. Dass es bis vor Kurzem neben Mandala einen zweiten Wäscheservice der Caritas in Morbach gab, war ursprünglich nicht beabsichtigt. Hintergrund ist laut Ordnungsamtsleiter Axel Schmitt, dass sich die Caritas 2003 aus diesem Angebot hatte zurück ziehen wollen. Als sie dann doch weitermachte, hatte sich die Morbacher bereits nach einem anderen Kooperationspartner umgesehen. Die Arbeiterwohlfahrt richtete zudem, wie von der Gemeinde gewünscht, auch ein Kinderhaus ein. Hauptziel war laut Schmitt, "dass wir unsere Sozialhilfeempfänger wieder besser eingegliedert bekommen." Anfangs habe die AWO das Gesamt-Paket geschultert, bis dann nach einer gewissen Zeit "Lernen und Arbeiten" eingestiegen sei. Seit Einführung von Hartz IV ist Schmitt allerdings nicht mehr eingebunden: "Das hat mir damals sehr leid getan, dass wir als Sozialamt da außen vor waren." Die Kooperation mit Mandala sei nämlich immer hervorragend gelaufen.