Tempolimit sorgt für Irritationen

Tempolimit sorgt für Irritationen

Der neue Straßenbelag auf der Hunsrückhöhenstraße zwischen den Abfahrten Wederath und Hochscheid ist fertig. Statt wie früher Tempo 100 ist auf der fünf Kilometer langen Strecke jetzt Tempo 70 vorgeschrieben. Der TV ging der Sache nach.

Wederath/Hochscheid. Vier Monate lang dauerten die Bauarbeiten an der Hunsrückhöhenstraße zwischen den Abfahrten Wederath und Hochscheid. Obwohl der neue Straßenbelag im August fertig aufgebracht war, blieben Tempo 50 und Überholverbot vorgeschrieben.

Verdacht: Straßendecke zu wenig griffig



Der TV hakte beim Landesbetrieb Mobilität nach. Tempo 50 müsse sein, hieß es. Die Leitplanken seien noch nicht montiert.

Im September waren auch sie angebracht. Tage später verschwanden die Tempo-50-Schilder. Doch freie Fahrt für Hunsrücker Autofahrer gab es immer noch nicht. Stattdessen tauchten am Fahrbahnrand neue Tafeln auf, die Tempo 70 forderten und vor Schleudergefahr auf einer frisch geteerten Straße warnten.

Der TV fragte erneut nach. Laut Hans-Michael Bartnick sei routinemäßig die Griffigkeit der Fahrbahn gemessen worden. Bis zur Vorlage der Ergebnisse gelte wegen der Verkehrssicherheit auf dem Streckenabschnitt Tempo 70.

Doch reine Routine scheinen die Messungen offenbar doch nicht zu sein. "Ein Verdacht, dass bei der Baumaßnahme zumindest in Teilbereichen Griffigkeitswerte unterschritten sind, liegt vor", räumte Bartnick auf Nachfrage ein. Deshalb sei eine "gewissenhafte Überprüfung der Gesamtstrecke notwendig".

Verkehrsaufkommen wird steigen



Ob der Verdacht sich erhärtet, wisse man noch nicht. Mit einem neuem Straßenbelag sollte die Verkehrsader für steigende Verkehrsaufkommen fit gemacht werden.

Schließlich wird die in Bau befindliche B 50 neu vom Autobahnkreuz Wittlich über den Hochmoselübergang und Longkamp den Verkehr auf die Hunsrückhöhenstraße Richtung Flughafen Frankfurt-Hahn bringen.

Meinung

Unerfreulicher Verdacht

Wie jede Baustelle kostet die zwischen Wederath und Hochscheid Autofahrer Geduld und Nerven. Sie kostet auch bares Geld. 1,5 Millionen Euro muss der Steuerzahler löhnen. Geld, das gut angelegt ist, wenn man bedenkt, dass es sich um eine wichtige Transitstrecke handelt. Nicht auszudenken, wenn sich herausstellen würde, dass der Straßenbelag tatsächlich nicht einwandfrei ist. Erneute Bauarbeiten inklusive Teilsperrung wären mehr als ärgerlich, zumal dieser Abschnitt längst nicht die einzige Behinderung auf der Strecke nach Rheinböllen ist. Hoffentlich stellt sich der Verdacht als gegenstandslos heraus. i.rosenschild@volksfreund.de