Tennishalle wird zum Kraftwerk

Thalfang · Die Thalfanger Tennishalle, an der die Ortsgemeinde beteiligt ist, wurde aufgrund eines tragischen Unfalls nun doch an andere Interessenten als ursprünglich geplant, verkauft. Die Neuen nutzen die Halle vor allem für Photovoltaik. Sie wollen sie jedoch auch wieder an den Tennisclub verpachten.

 Draußen werden bald die Photonen genutzt, drinnen fliegen die Tennisbälle:TV-Foto: Marion Maier

Draußen werden bald die Photonen genutzt, drinnen fliegen die Tennisbälle:TV-Foto: Marion Maier

Thalfang. Der Verkauf der im Thalfanger Ferienpark Himmelberg gelegenen Tennishalle war Mitte März schon fast perfekt. Da stoppte der Investor aus Luxemburg seine Pläne. Der mit ihm kooperierende Tennislehrer, der die Halle betreiben sollte, war bei einem Unfall ums Leben gekommen.
Doch Ferienparkbetreiber Rudi Marx, einer der 43 Anteilseigner, der TV-Informationen mit dem Verkauf der Halle für 65 000 Euro beauftragt war, hat gute Nachrichten. "Wir haben neue Investoren gefunden", sagt er. Diese hätten allerdings eine ganz andere Motivation als der erste, der die Halle attraktiver gestalten wollte. Für sie stehe die Photovoltaik an erster Stelle.
Halle für Jugendtraining wichtig


Die beiden haben das Hallendach auch bereits fast komplett mit Pholtovoltaikanlagen bestückt. Der Burgener Jörg Erz, einer von ihnen, sagt: "Die Photovoltaik rechnet sich für uns - notfalls auch, wenn die Halle nicht mehr für den Sport genutzt wird."
Er verhandele jedoch mit dem Thalfanger Tennisclub über eine Pacht. Um alles weitere müsse sich der Club selbst kümmern, dafür hätten er und sein Partner keine Zeit.
Denn der Club mit seinen 120 Mitgliedern und zehn Mannschaften ist bislang nicht der einzige Nutzer. Auch andere Vereine und Tennisspieler der Umgebung, wie Morbach, Deuselbach, Leiwen und Trittenheim, trainieren in Thalfang. Das müsste - wie bisher auch - organisiert werden.
Edwin Thelen, erster Vorsitzender des Thalfanger Tennisclubs, sagt: "Wir sind optimistisch. Wir möchten die Halle wieder pachten, aber müssen die näheren Konditionen noch aushandeln." Notfalls werde man sich wohl um die Vermietung an andere kümmern, doch das müsse im Vorstand noch besprochen werden. Der alte Pachtvertrag läuft Ende des Monats aus. Der Tennisclub braucht die Halle vor allem für das Jugendtraining in der kalten Jahreszeit, um die jungen Leute im Verein zu halten.
Ein junger Mann war es auch, der vor rund 20 Jahren großen Anteil am Bau der Thalfanger Halle hatte: Boris Becker und der durch ihn ausgelöste Tennisboom. Damals hatten sich eine Reihe von Interessenten in einer ungewöhnlichen Allianz für den Bau zusammengetan, unter anderem Parkbetreiber Marx, Privatleute aus dem Ferienpark und welche von außerhalb sowie die Ortsgemeinde. Thalfang hatte sich mit einer Einlage von 100 000 Mark an dem Projekt beteiligt, laut Ortsbürgermeister Burkhard Graul war dies ein Sechstel des Wertes. Der Tennisclub hat damals 5000 Mark gezahlt. Wie hoch die jeweiligen Anteile aus dem Verkaufserlös nun sind, muss noch errechnet werden.

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