Teuer, aber wichtig

EISENSCHMITT. (red) "Unternehmen Museum" war das Thema des Vortrags von Unternehmensberater und Lehrbeauftragtem am Institut für Mittelstandsökonomie der Universität Trier, Manfred Sliwka, im Rahmen der Regionaltagung des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz im Clara-Viebig-Museum in Eisenschmitt.

In einem hochinteressanten Referat stellte Manfred Sliwka die wesentlichen sieben Führungsfelder abgestimmt auf Museen heraus. Als die bedeutendsten und wichtigsten Punkte stellte er zum einen heraus, dass Kulturtouristen mehr Geld in der Region ausgeben, als jegliche andere Besucher. Zum anderen betonte er, dass die Landschaft mit Museen veredelt werden müsse. Sliwka erläuterte, wieso ein Museum als Einrichtung allein betrachtet betriebswirtschaftlich nicht profitabel sein könne, jedoch insgesamt gesehen eine indirekte Bereicherung jeder Region darstelle und eine nicht zu unterschätzende Wirtschaftskraft bedeute. Die Dreifaltigkeitstheorie mit der denkenden, der treibenden und der umsetzenden Kraft sei dabei ganz bedeutend. Besonders glücklich könnten die Einrichtungen sein, die über jemand verfügten, der diese drei Eigenschaften in einer Person vereinige. Sliwka stellte das Museum als Bildungsstätte oder Bildungsunternehmen heraus. Wo könne besser über Ursprünge und Entstehung zu vielen Themen informiert werden? Voraussetzung sei natürlich die Kreativität, Lebendigkeit und die Verwurzelung, die im Einklang mit den geistigen und ethischen Grundlagen in Verbindung mit der Identität der Region stehen müssten. Wichtig sei auch, dass Bürgermeister und Räte die Budgets der Einrichtungen nicht beschneiden oder zu knapp auslegen. Jede Pflanze, der man die Wurzeln beschneide, sei damit in der Entwicklung gehandicapt, sagte Sliwka. Die Förderung von Museen sei auch Investition in die Bildung und Zukunft. Zudem würden Statistiken beweisen, dass mehr Kuturtouristen Museen besuchen als Fußballfans Stadien. Nachdem Dr. Sliwka weitere interessante Punkte angesprochen habe, entwickelte sich eine rege Diskussion. Im weiteren Verlauf der Tagung wurde um Anregungen und Wünsche für die weitere Arbeit des Museumsverbandes gebeten. Dazu wurde besonderes Interesse bekundet, die in der Diskussion befindliche Neuordnung der Gemeinnützigkeit bezüglich Museen zu beleuchten. Ein weiterer Punkt war die Vernetzung von Museen mit der Tourist-Info bundesweit und weitere Möglichkeiten in dieser Richtung. Als Termin für die nächste Regionalkonferenz wurde Ende April 2007 festgelegt. Tagungsort wird Waxweiler sein. Zum Schluss der Tagung lud Eisenschmitts Ortsbürgermeister Fritzsche zu einem Rundgang im Clara-Viebig-Zentrum ein, und Dr. Martin Koziol vom Maarmuseum in Manderscheid konnte die Besucher durch fachliche Erklärungen begeistern.