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Thalfang: Treffpunkt internationaler Jugend

Thalfang: Treffpunkt internationaler Jugend

Egal ob aus Brasilien oder aus China: Das Ziel ist deutsch zu lernen. Die Jugendliche aus dem Ausland wohnen bei Gastfamilien in der Mark Thalfang und besuchen die Realschule plus.

Thalfang. Von der Millionenstadt Mexico-City nach Thalfang: Die 16-jährige Angelica hat die lange Reise hinter sich. In Deutschland gefällt ihr alles gut, "außer dem Wetter". Zusammen mit anderen 15 Jungen und Mädchen aus zehn Ländern besucht sie die Thalfanger Realschule plus. Sie kommen aus Brasilien, der Dominikanischen Republik, Ungarn, Italien und Thailand. Was sie gemeinsam haben, ist der Wille, deutsch zu lernen. Angelica zum Beispiel hofft, einen Beruf als Sozialarbeiterin ergreifen zu können, bei dem sie international tätig ist und bei dem sie von ihren deutschen Sprachkenntnissen profitieren kann. Deswegen nutzen die Jugendliche ein Angebot der Organisation American Field Service (AFS) aus Hamburg. Dabei leben sie ein Jahr lang bei deutschen Familien und lernen sowohl die deutsche Sprache als auch das Gastland kennen.
Vor ihrem zweiwöchigen Aufenthalt in Thalfang haben die Jungen und Mädchen sieben Monate bei Gastfamilien in anderen Städten gewohnt. Jetzt absolvieren sie täglich zwei Stunden lang einen Intensivkurs in Deutsch, an dessen Abschluss eine Sprachprüfung steht. Stephanie Kaiser von der Volkshochschule Wittlich bereitet die Jugendlichen auf die Prüfung vor: "Wenn man bedenkt, dass die meisten vor einem Jahr noch kein Deutsch gesprochen haben, ist der Wortwitz, den sie jetzt zeigen, beeindruckend", sagt sie.
Schulleiterin Sabine Becker glaubt, dass ihre Schüler von der internationalen Begegnung profitieren. "Wir leben in einer globalisierten Welt und reden darüber, aber es ist doch etwas ganz anderes, mit Menschen aus fremden Ländern und anderen Kulturen persönlichen Kontakt zu haben", sagt Becker. Das war offenbar auch der Hauptgrund für die Jungen und Mädchen, ein Jahr in Deutschland zu verbringen. Die 17 Jahre alte Mengke aus China wollte hierher, weil die deutschen Schulen einen guten Ruf besitzen. Die Unterschiede zu ihrem Heimatland? "In China haben wir ganztags Schule. Außerdem fahren dort die Busse öfter", sagt sie. Für den 18-jährigen Santiago aus Argentinien ist Deutschland ein "gutes Land in der Mitte Europas." Das Bier schmeckt ihm hier besser, das Essen ist anders. cst