1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Thalfanger Hallenbad soll Energie sparen

Kommunales : Thalfanger Bad soll Energie sparen

Der Thalfanger Bau- und Liegenschaftsausschuss hat über die Sanierung des Erholungs- und Gesundheitszentrums beraten. 325 000 Euro sollen für ein neues, sparsameres Energiesystem bereitgestellt werden.

Die Transferstelle Bingen, ein Energieberatungsbüro, hat das Thalfanger Erholungs- und Gesundheitszentrum (EGZ) unter die Lupe genommen. Kerstin Kriebs hat die Ergebnisse in der Sitzung des Thalfanger Bau- und Liegenschaftausschusses am Dienstag vorgestellt. Die 4800-Euro-Studie, auch EFFCheck (Energieeffizienzcheck) genannt, wurde vom Land mit 70 Prozent gefördert.

Das im Jahr 2000 gebaute Erholungs- und Gesundheitszentrum (EGZ) beschäftigt demnach 14 Mitarbeiter, verfügt über Hallenbad, Sauna, Physiotherapie und Bistro. Es bietet 225 Quadratmeter Beckenfläche und hat eine Gebäudefläche von 2500 Quadratmetern.

Zwischen 2014 und 2016 wurden 185 000 Euro Umsatz erwirtschaftet. „Dominierend sind dabei: Lüftung, Pumpen und Sauna, die viel Strom brauchen. Im Mittel sind das 40 Kilowattstunden mit Spitzen bis zu 100 Kilowatt“, erklärt die Expertin. Im Untersuchungszeitraum beliefen sich die Kosten dafür auf 167 000 Euro. Das sind 90 Prozent des Gesamtumsatzes des EGZ. Die Emissionen liegen bei 393 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Vor diesem Hintergrund sei es sinnvoll, energiesparende Maßnahmen zu prüfen.

Eine Photovoltaikanlage scheide allerdings aus, da dafür die Statik des Daches verbessert werden müsse. Zudem gebe es Wasserschäden am Dach.

Stattdessen könne ein Blockheizkraftwerk das vorhandene Energiesystem ersetzen.

Das Becken könnte über Nacht abgedeckt werden, um Wasser und Energie zu sparen. Die Fassade müsste besser isoliert werden, die alte Lüftungsanlage sollte ebenso erneuert werden wie die vorhandene Trinkwasseranlage, die auch den aktuellen Hygiene-Standards nicht mehr entspreche und Lecks aufweise. Die zwei vorhandenen Erdgaskessel seien zudem stark korrodiert, deshalb bestehe ohnehin Handlungsbedarf.

Mit einem Blockheizkraftwerk könnte die benötigte Heizleistung von 550 Kilowatt auf 350 Kilowatt verringert werden. Kriebs: „Ein Blockheizkraftwerk mit Anschaffungskosten von 150 000 Euro wäre nach 7,5 Jahren amortisiert. Das ist wirtschaftlich darstellbar.“

Für die Erneuerung der Trinkwassererzeugung müsse man insgesamt rund 30 000 Euro veranschlagen. Das sei durch den Spareffekt in zirka fünf Jahren refinanzierbar. In der Summe könne man mit diesen Maßnahmen im Jahr 22 000 Euro Betriebskosten und 170 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Für den ersten Beigeordneten Burkhard Graul, der die Sitzung leitet, ist ein wichtiger Punkt, dass sich die Investition innerhalb  von sieben Jahren rechne. Im EGZ müssten daher die Baustellen Energie, Dachsanierung und Trinkwasserversorgung angegangen werden. Die Beigeordnete Vera Höfner fragt, ob die vom Schwimmerbecken aus sichtbaren Verfärbungen an der Decke von den Dachschäden herrühren. Das sei aber nicht der Fall, da es sich um Kondenswasserflecken handle.

Das Dach sei offenbar schon im Jahr 2000 falsch gebaut worden. Das Gremium beschloss, rechtlich prüfen zu lassen, ob es damals einen Fehler bei der Bauaufsicht gegeben habe. Schließlich würde eine Dachsanierung mit zusätzlichen 27 000 Euro zu Buche schlagen.

In der Gesamtrechnung seien inklusive neuer Gebäudesteuerungstechnik rund 325 000 Euro brutto zu veranschlagen, erläutert Thomas Massmann von der Verwaltung, der für Liegenschaften und Gebäudetechnik zuständig ist.

Das Gremium beschließt daher, ein auf Badeanstalten spezialisiertes Ingenieurbüro mit einem Kostenplan zu beauftragen. Das wäre die zweite größere Sanierungsmaßnahme im EGZ in den vergangenen Jahren. Erst 2015 stellte der Verbandsgemeinderat 435 000 Euro für Reparaturen am EGZ bereit. Damals ging es um eine neue Pumpenanlage und Reparaturen in Keller- und Betriebsräumen.

In der damaligen Sitzung des Gremiums wurde der Vorschlag gemacht, das Schwimmbad wegen der hohen Erhaltungskosten langfristig zu privatisieren oder in eine Genossenschaft zu überführen. Marc Hüllenkremer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, versicherte damals, dass das ein Gedanke sei, den man weiterverfolgen wolle (TV vom 2. Juli 2015).