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Thalfanger müssen auf Turnhalle verzichten

Die Lüftung bleibt ein Problem : Thalfanger müssen auf Turnhalle verzichten

Der Bauausschuss der VG Thalfang am Erbeskopf benötigt vor einer Entscheidung für eine Lüftungsanlage fachlichen Rat.

Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf ist noch keine Entscheidung gefallen, wie die Thalfanger Turnhalle künftig gelüftet werden soll. Was offensichtlich bedeutet, dass die benachbarte Realschule plus und die Grundschule sowie die Thalfanger Vereine die Halle nach den Sommerferien erst einmal nicht nutzen können.

Wegen der aktuellen Corona-Verordnungen müsse eine ausreichende Belüftung beim Betrieb der Halle gewährleistet sein, heißt es in der Sitzungsvorlage. Doch wie hat eine ausreichende Belüftung auszusehen? Dies könne keiner sagen, sagt Vera Höfner, erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf. „Die Verantwortung ist auf den Träger runtergebrochen“, sagt sie.

Ausschussmitglied Wolfgang Marx fasst die drei Möglichkeiten zusammen, mit denen der „dehnbare“ Begriff „ausreichende Lüftung“ theoretisch umgesetzt werden könnte. Die erste Möglichkeit „natürliche Lüftung“, sprich: Fenster auf, wird von den Ausschussmitgliedern verworfen. Zum einen sei es fraglich, ob beispielsweise bei Windstille genügend Luft getauscht wird. „9500 Kubikmeter Luftaustausch in einer Stunde bekommen wir mit Querlüftung nicht hin“, sagt Christian Synwoldt. In der kalten Jahreszeit kommen hier auch energetische Verluste und Zugluft mit Erkältungsgefahr hinzu, geben die Ausschussmitglieder zu bedenken. Die nächste mögliche  Lösung, eine zentrale Anlage, schlägt laut einer ersten Kostenschätzung mit 92 000 Euro zu Buche. Viel Geld für die hochverschuldete Verbandsgemeinde. Die Mitglieder entscheiden sich daher für eine Anregung von Marx, in eine kurzfristig anzuberaumende Sitzung einen Fachmann einzuladen, der eine weitere mögliche Problemlösung vorstellt, bei der mehrere kleinere Ventilatoren für einen ausreichenden Luftaustausch sorgen sollen. Für eine solche Lösung werden in der Sitzung geschätzte Kosten von bis zu 20 000 Euro genannt. Eine Rolle spielt auch die Praktikabiliät der Lösungen. „Spiel mal Tischtennis bei einer eingeschalteten Lüftung“, gibt Ausschussmitglied Winfried Welter zu bedenken. Bis zur kommenden Sitzung kann also nichts in die Wege geleitet werden, um die Halle nutzbar zu machen. Bei schönem Wetter müssen die Kinder im Schulsport ins Freie ausweichen, bei schlechtem Wetter in die Heidenburger Halle, eröffnet Höfner die Möglichkeiten. Wann die Halle wieder für Vereine und Schulen zur Verfügung steht, bleibt offen. Erst muss der Ausschuss eine Entscheidung treffen, sagt Thomas Massmann von der Thalfanger Bauverwaltung. Dann müssen die Arbeiten ausgeschrieben werden, bevor ein Auftrag erteilt und der eigentliche Bau einer Lüftungsanlage – welche auch immer – erfolgen kann.