Thalfanger Schule zieht Ostern um

Bagger bereiten Versorgungsleitungen und Fundamente vor für die Containeranlage, die die Schulklassen der Realschule plus beziehen, das Lehrerkollegium sortiert aus, was nicht mehr benötigt wird: Die Vorbereitungen zum Umzug des Schulbetriebs in den Osterferien laufen auf vollen Touren.

Wer derzeit in Thalfang oberhalb des Parkplatzes an der Turnhalle auf das darüberliegende Grundstück blickt, dem wird deutlich: Die Vorbereitungen zum Umzug der Erbeskopf-Realschule plus in die Container ist in vollem Gang.
Die Montage der Versorgungsleitungen wie Wasser, Strom und Telefon steht kurz vor der Fertigstellung, jetzt müssen noch die Fundamente für die Container geschaffen werden. Sobald dies erledigt ist, werden die Container aus dem hessischen Kronberg nach Thalfang geschafft und im Frühjahr 2016 auf der Fläche montiert.
Läuft alles planmäßig, dann können die 14 Klassen der Realschule plus in den Osterferien umziehen, sagt Udo Keuper, Fachbereichsleiter Bauleitplanung, Dorferneuerung und Umweltplanung im Thalfanger Rathaus.
Grundstück am Parkplatz
Voraussichtlich 18 Monate lang werden die Schüler in dem Provisorium zubringen, bis sie dann in das sanierte Schulgebäude zurückkehren können. "Wir wollen die Bauzeiten kurz halten und deshalb die Schule nicht in Bauabschnitten, sondern in Gänze sanieren", begründet Keuper die Entscheidung für die Containerlösung. Sobald der Schulbetrieb in den Containern stattfinden kann, beginnen die eigentlichen Arbeiten an dem Schulgebäude. Ursprünglich war vorgesehen, die Container auf dem Parkplatz aufzubauen, sagt Keuper.
Dies hätte zu Problemen beim Schulbusverkehr geführt. Doch habe sich die Gesellschaft für ambulante und stationäre Altenhilfe bereiterklärt, das Grundstück oberhalb des Parkplatzes zur Verfügung zu stellen.
Die ersten Verzögerungen bei der Sanierung habe es schon gegeben, sagt Keuper. Ursprünglich war der Umzug schon für die Herbstferien 2015 vorgesehen. Doch sei die Miete für die Container zu teuer gewesen, so dass man nach einer anderen Lösung suchen musste und auf die gebrauchten Container gestoßen sei, die gekauft werden konnten. Marc Hüllenkremer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang, nennt eine Kaufsumme von 100 000 Euro.
Hinzu kommen die Kosten für den Transport, den Rückbau der Container in Kronberg, die Wiederaufbereitung und das Aufstellen. Die Miete hätte bei 1,1 Millionen Euro gelegen. Insgesamt werden 115 Container aufgebaut, von denen jeweils fünf einen Klassenraum bilden, sagt er. Die übrigen Container werden für Mensa, Bibliothek und Fach- und Sozialräume genutzt.
"Wir warten nur auf das Signal, dann ziehen wir um", freut sich Sabine Becker, Schulleiterin der Realschule plus, auf den Umzug in das Provisorium. Die ersten Vorbereitungen laufen schon: "Wir haben überlegt, was wir mitnehmen und was wir vorher aussortieren", sagt sie. Die Containerschule bietet jeglichen Komfort. Jeder Raum wird eine digitale Tafel haben, sogenannte Smartboards, auf dem interaktiver Unterricht möglich ist. Zudem seien die Klassenräume genauso groß wie im Schulgebäude. Einzig Becker selbst muss Abstriche machen: "Mein Büro wird kleiner", lacht sie. Die Sporthalle ist von den Sanierungsarbeiten nicht betroffen und kann weiter genutzt werden.Mehr als 100 Schüler


Die Eltern seien auf einem Infoabend bereits über die neue Situation informiert worden, sagt die Schulleiterin. Diese sehen den Umzug nicht als Problem, denn Containerlösungen seien ihnen bereits aus anderen Standorten bekannt.
Die Flächen für die Containeranlage der Realschule plus sind schon eingeebnet und geschottert.
An der Thalfanger Realschule werden über 100 Kinder und Jugendliche unterrichtet, die in der Verbandsgemeinde Hermeskeil wohnen.