Thalfanger setzen auf die Karte

Die Verbandsgemeinde Thalfang würdigt mit der offiziellen Einführung der Ehrenamtskarte das Engagement von Menschen für die Gemeinschaft. Bürgermeister Marc Hüllenkremer hat jetzt mit einer Vertreterin des Landes die Vereinbarung unterschrieben.

Thalfang. In der Verbandsgemeinde Thalfang können ehrenamtlich Tätige künftig mit Vergünstigungen rechnen. Denn dort ist die Ehrenamtskarte des Landes Rheinland-Pfalz jetzt offiziell eingeführt worden. Bürgermeister Marc Hüllenkremer und Ministerialdirektorin Inge Degen von der Staatskanzlei haben im Thalfanger Rathaus eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Hüllenkremer verspricht sich von der Ehrenamtskarte eine Stärkung des Engagements. "Sie verbindet Anerkennung und Wertschätzung mit geldwerten Vergünstigungen", sagt er.
Degen betont, wie wichtig das Ehrenamt sei. "Ohne dieses könnte das kulturelle Miteinander nicht funktionieren", sagt sie. Bisher seien in Rheinland-Pfalz rund 2000 Karten ausgegeben worden. Insgesamt 400 Vergünstigungen gibt es derzeit im Land, sagt Degen.
In Thalfang zahlen Besitzer der Ehrenamtskarte im Thalfanger Erholungs- und Gesundheitszentrum künftig nur noch den halben Eintrittspreis und erhalten 25 Prozent Ermäßigung bei der ersten Teilnahme bei einem Kurs der Volkshochschule Thalfang pro Kalenderjahr. Vorteile erhalten Besitzer der Ehrenamtskarte landesweit in allen 95 Kommunen, die diese ebenfalls eingeführt haben. Dazu gehören beispielsweise Traben-Trarbach. Dort gibt es Ermäßigungen beim Eintritt in Bäder und Museen, aber auch die Stadt Trier, die den ehrenamtlich Tätigen unter anderem die Karten fürs Theater zum halben Preis verkauft. In der Einheitsgemeinde Morbach hingegen wird derzeit über eine Alternative zur Ehrenamtskarte diskutiert (siehe Extra).
Die Ehrenamtskarte kann bekommen, wer mindestens 16 Jahre alt ist und sich in einer der teilnehmenden Kommunen durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden jährlich ehrenamtlich engagiert und dafür keine pauschale finanzielle Entschädigung bekommt. Beantragt werden kann die Ehrenamtskarte im Thalfanger Rathaus, sagt Josef Adams von der Thalfanger Verwaltung. Ansprechpartner sei dort Patrick Kocab. Die jeweiligen Vereine und Organisationen bestätigen auf dem Antrag das ehrenamtliche Engagement. Daraufhin ist dieser an die Kommunalverwaltung zur Prüfung einzureichen, die ihn dann an die Staatskanzlei weiterleitet, wo die Karte ausgestellt wird. Eine Frau, die in der Thalfanger Flüchtlingshilfe tätig ist, namentlich aber nicht genannt werden will, sagt dazu: "Wenn so etwas eingeführt wird, ist das eine gute Sache. Die Vorteile sind eine kleine Anerkennung für die geleistete Arbeit. Manchmal reicht auch schon ein Dankeschön."
Weitere Infos zur Ehrenamtskarte, darunter auch eine Liste der teilnehmenden Kommunen und die gewährten Vergünstigungen, gibt es im Internet unter
wir-tun-was.deExtra

Während die Thalfanger die Ehrenamtskarte einführen, befassen sich in der Einheitsgemeinde Morbach derzeit Mitglieder der Ausschüsse mit dem Thema. Denn die FWM Morbach hatte einen Antrag dazu gemacht, die Voraussetzungen für den Erwerb der Ehrenamtskarte zu hinterfragen. Denn auch Ehrenamtler, die weniger als fünf Stunden pro Woche im Einsatz sind, sollten Vergünstigungen erhalten. Man wolle diese Leute nicht vor den Kopf stoßen. Bürgermeister Andreas Hackethal äußerte sich jüngst zu dem Thema und wies darauf hin, zunächst Erfahrungen zu sammeln (TV vom 30. September). hpl