Thalfangs Erste Beigeordnete Vera Höfner spricht über die Kommunalreform

Kommunales : Vera Höfner: „Wir geben keine Ruhe!“

Derzeit führt die neu gewählte Erste Beigeordnete die Geschäfte im Thalfanger Rathaus. Vor allem ein Thema soll jetzt vorangetrieben werden: die Kommunalreform.

„Unsere Pflicht ist es, die Bürger und Dörfer zu vertreten –  nicht nur die Mark Thalfang sondern auch Orte wie zum Beispiel Heidenburg oder Malborn,“ sagt Vera Höfner beim Termin im Amtszimmer des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Thalfang. Hier vertritt die frisch gewählte Erste Beigeordnete derzeit kommissarisch die Interessen der Hunsrück-Kommune, da der bislang amtierende Bürgermeister Marc Hüllenkremer seit 1. Juni wegen „dauernder Dienstunfähigkeit“ von der Kreisverwaltung in den Ruhestand versetzt worden ist. Seine reguläre Amtszeit hätte im Mai 2021 geendet.

Höfner wurde nach der diesjährigen Kommunalwahl zur Ersten Beigeordneten gewählt. Die CDU war damals mit 29,9 Prozent der Stimmen knapp an der SPD mit 28,2 Prozent der Stimmen vorbeigezogen und erhielt einen Sitz mehr (7) als die SPD (6). In der konstituierenden Gemeinderatssitzung hatte sich daraufhin eine Allianz der Fraktionen der CDU, der Grünen, der Neuen Liste und Richard Pestemer als Einzelmitglied der FWG gegründet: Das „Bündnis für die VG Thalfang am Erbeskopf.“

 „Wir haben damals mit allen Fraktionen Gespräche geführt. Dabei kamen wir mit den Grünen und der Neuen Liste so gut zusammen, weil wir uns auch um die Kommunalreform gekümmert haben,“ sagt Höfner. Sie sei zudem froh, dass ihr sowohl der Verbandsgemeinderat als auch die Bürger mit dem Votum das Vertrauen ausgesprochen haben.

Die Veränderung der Verbandsgemeinde ist schon seit langem fällig, allerdings zogen sich die Verhandlungen mit dem Land seit vielen Monaten dahin, obwohl sich alle Thalfanger Ortsgemeinden bereits vor mehr als zwei Jahren klar positioniert hatten. Manche wollen sich der Einheitsgemeinde Morbach anschließen, andere den benachbarten Verbandsgemeinden wie zum Beispiel Hermeskeil.

Deshalb sei es ein wichtiger Schritt gewesen, die Amtszeit des neu zu wählenden Bürgermeisters der Verbandsgemeinde in der ersten Ratssitzung auf fünf Jahre zu begrenzen, so Höfner. Die reguläre Amtszeit eines Bürgermeisters beträgt acht Jahre, aber vor dem Hintergrund der Kommunal- und einer noch anstehenden Kreisreform sei das zu lang. „Es gab natürlich auch Argumente für acht Jahre. Aber das wäre den Bürgern nicht zu vermitteln gewesen.“ Zudem wäre das ein falsches Signal an die Nachbargemeinden in Hinblick auf mögliche Fusionen.

Höfner: „Wir haben auch direkt beim Land nach einer Info-Veranstaltung über die Kommunalreform gefragt, aber bisher noch keine Antwort erhalten. Das Thema betrifft so viele Ebenen. Wir geben keine Ruhe.“

Das Bündnis für die VG Thalfang am Erbeskopf setzt aber neben der Kommunalreform noch weitere Schwerpunkte. Dazu zählen unter anderem die kommunale Daseinsfürsorge, Klimaschutzmaßnahmen, die interkommunale Zusammenarbeit, die Einführung eines Bürgerbusses als Ergänzung zum Linienverkehr und die Gemeindeschwester plus.

Nun soll, so Höfner, zeitnah die Ausschreibung und die Wahl des neuen Bürgermeisters der Verbandsgemeinde erfolgen. Sie selbst will sich dazu nicht weiter äußern, sagt aber: „Mein Ziel ist es, mich voll und ganz auf die Verbandsgemeinde zu konzentrieren.“

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