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Thomas Wagner neuer Leiter des LBM Bad Kreuznach

Straßenbau : Herr über mehr als 2000 Kilometer Straße

Der Morbacher Thomas Wagner ist Leiter des Landesbetriebs Mobilität in Bad Kreuznach. Aber auch im Landkreis Bernkastel-Wittlich hat er bereits Großprojekte umgesetzt.

Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues, Umwandlung des Militärflughafens Hahn in einen Zivilflughafen, B 50 neu: Die Liste der Projekte, an denen der Morbacher Thomas Wagner meist in verantwortlicher Position mitgewirkt hat, ist bemerkenswert.

Im Juni 2020 hat der 56-Jährige eine neue Stufe auf seiner Karriereleiter erklommen. Als Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Bad Kreuznach mit 330 Mitarbeitern ist Wagner seitdem verantwortlich für 2247 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in den Landkreisen Birkenfeld, Bad Kreuznach und dem Rhein-Hunsrück-Kreis.

Seine größte Baustelle derzeit: die Verbreiterung der A 61 zwischen Rheinböllen und Stromberg auf sechs Spuren, die seine Behörde in Kooperation mit der neu gegründeten Autobahngesellschaft des Bundes federführend betreut. „Das ist eine ziemlich große Herausforderung“, sagt er zu dem 150-Millionen-Euro-Vorhaben, das noch bis 2025 dauert und in dessen Verlauf zwei große Talbrücken erneuert werden. „Meine Mitarbeiter sind hier sehr engagiert bei der Sache und haben Spaß an diesem großen und schwierigen Projekt.“

Wagner studierte nach seinem Abitur 1983 am Nikolaus-von-Kues-Gymnasium in Bernkastel-Kues und dem anschließenden Wehrdienst Bauingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Konstruktiver Ingenieurbau an der Technischen Universität Kaiserslautern. Nach einem Referendariat für den höheren technischen Verwaltungsdienst und dem Abschluss Bauassessor wurde er 1993 bis 1997 als Fachgruppenleiter Brücken- und Ingenieurbau beim LBM Gerolstein eingesetzt.

In dieser Zeit leitete der gebürtige Bischofsdhroner das Baubüro Bernkastel-Kues mit dem Neubau des Burgbergtunnels, mit dessen Vollendung die Stadt vom Durchgangsverkehr entlastet wurde. „Das war eine ordentliche Herausforderung mit großer Verantwortung“, sagt er. Während der Vortriebsarbeiten sei rund um die Uhr gearbeitet worden, 24 Stunden am Tag in drei Schichten. Und täglich seien Sicherungsmaßnahmen überprüft und neu festgelegt worden. „Das war eine spannende Baustelle, sowohl technisch als auch zwischenmenschlich“, sagt Wagner.

Und auch die anschließende Aufgabe, die Umwandlung des Militärflughafens Hahn in einen Zivilflughafen, sei interessant gewesen. „Da habe ich gelernt, wie ein Flughafen funktioniert“, sagt er.

Doch hat es den Bauingenieur dann in seine ursprüngliche Tätigkeit, den Straßenbau, zurückgezogen. Seit 1999 ist er beim LBM Bad Kreuznach tätig, erst als Leiter der Fachgruppe Straßenplanung und stellvertretender Dienstellenleiter und seit einem halben Jahr als Leiter der Behörde.

Als Wagner einige Projekte vorstellt, wird klar, warum deren Umsetzung oft so lange dauert. Beispiel B 50 neu: Für den 4,6 Kilometer langen Abschnitt Zolleiche-Hirschfeld läuft das Planfeststellungsverfahren, für den seine Behörde die Einwände bearbeitet hat. Der Erörterungstermin dazu konnte wegen der Corona-Pandemie bisher nicht stattfinden. Und für den zweiten Bauabschnitt zwischen Hirschfeld und Büchenbeuren sind über das ganze Jahr 2020 aufwändige Untersuchungen zu Fledermäusen erfolgt. „Die Erkenntnisse daraus müssen in die Bauplanung mit einfließen“, sagt er.

Das Hauptproblem für den Bau der beiden Abschnitte, die ein FFH-Gebiet tangieren, also ein Schutzgebiet von europäischer Bedeutung, sei der Naturschutz. „Die Leute sehen nur die Arbeiten an der Straße. Doch bevor die starten können, muss man vorher viel erledigt haben“, macht Wagner den Umfang der erforderlichen Vorbereitungen vor Baubeginn deutlich.

Gut gelungen seien die für die Übergangszeit installierten Ampeln an den Kreuzungsbereichen Hochscheid, Hirschfeld und Wahlenau der Hunsrückhöhenstraße. „Für die Einbieger aus Hochscheid, Hirschfeld und den anderen Orten sind die Gefahren gut abgewendet und der Verkehr auf der B 50 verläuft sehr zufriedenstellend“, sagt er.

Problematisch ist der hohe Bedarf an Ingenieuren und Technikern im Straßenbau. Zum einen muss seine Behörde derzeit einen Generationenwechsel verkraften, zum anderen leidet der LBM unter einer unplanmäßigen Fluktuation.

Viele Bautechniker wechselten zu Kommunen, weil diese günstigere Tarifverträge anbieten können. Jedoch habe der LBM Rheinland-Pfalz eine gute Strategie gewählt, indem er Nachwuchskräften im Rahmen eines kooperativen Studiums die Möglichkeit anbietet, den Betrieb und die späteren Aufgaben schon frühzeitig kennenzulernen. Darüber hinaus würden den Mitarbeitern durch innerbetriebliche Fortbildung vielfältige Aufstiegschancen angeboten.

Die Arbeit füllt den Leiter des LBM Bad Kreuznach auch zeitlich voll aus. Der Ehemann und Vater von zwei erwachsenen Kindern verbringt täglich drei Stunden in Auto und Zug auf dem Weg von Morbach nach Bad Kreuznach, so dass Wagner für seine Hobbies, Lesen und Wandern, nur wenig Zeit bleibt. Trotzdem hat Wagner seine Berufswahl und seinen Einstieg in eine Verwaltungskarriere nie bereut. „Man kann die Umwelt mitgestalten und eigene Ideen einbringen“, sagt er. Seine Aufgaben seien nie langweilig. Wagner: „Für mich ist es ein Traumberuf.“