Tief beeindruckt

WITTLICH-NEUERBURG. (ks) Tief beeindruckt kam jetzt Alois Stroh von seiner zweiten Tour als Entwicklungshelfer des Landessportbundes in Sachen Sport aus Ruanda zurück. Begeistert wurde er im Kinderheim Umwana Nk'abandi, dem Patenkinderheim der Fußballer des Spielkreises Mosel, empfangen.

"Unvorstellbar, was sich in den zwei Jahren in unserem Kinderheim bewegt hat." Alois Stroh ist auch nach seiner Rückkehr von einem zweiwöchigen Trainerlehrgang in Ruanda, der vom Landessportbund im Rahmen der rheinland-pfälzischen Partnerschaft organisiert wurde, tief beeindruckt von seinem Besuch im Kinderheim Uwana Nk'abandi, 20 Kilometer von Kigali entfernt. Tief berührt hatte den Trainer vor zwei Jahren bei seinem ersten Aufenthalt dort das Elend der 32 Waisen und behinderten Jungen und Mädchen im Alter zwischen drei und 21 Jahren, die nach dem Völkermord 1995 ohne Eltern und mit oft schweren Behinderungen keine Lebenschance hatten, wären sie nicht von den "Amis des Pauvres" ("Freunde der Armen"), einem jungen ruandischen Orden in der Folgschaft der Vinzentinerinnen betreut worden. Stroh berichtet: "Mit neuen Betten, Matratzen, Moskitonetzen für jedes Bett, ergotherapeutischem Spielzeug, Schutzhelmen für die epileptischen Kinder und dem großen Bällchenpool, hat sich die Gesamtsituation im Heim total verbessert. Durch den Kauf von Land und zuletzt von zwei speziellen Milchkühen mit Kälbchen sowie 30 Hühner ist die Ernährung unter Mithilfe einer Fraueninitiative gesichert." Vor allem aber die positive Veränderung der Patenkinder hat Stroh total überrascht. "Der mittlerweile 15-jährige taubstumme Oliver Ndacyayisenga konnte sich vor zwei Jahren mit seinen Spitzfüßen nur auf dem Hintern fortbewegen. Unsere Gehhilfe oder auch der Rollstuhl, in den er sich reinschwingt, haben ihn total verändert", berichtet Alois Stroh. Auch die 16-jährige Polite Nagaharawe hat einen Rollstuhl bekommen und fühlt sich jetzt wohl in der Gruppe. Vorher musste sie oft abseits stehen.