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Tierkadaver bei Heinzerath entsorgt

Tierkadaver bei Heinzerath entsorgt

An der alten Müllkippe im Wald oberhalb von Heinzerath haben Unbekannte eine tote Ziege entsorgt. Außerdem sind direkt am vorbeiführenden Spazierweg Innereien von weiteren Tieren abgelegt worden.

Heinzerath. Es ist ein unerfreulicher Anblick an der Ex-Müllkippe in Heinzerath: Gleich an zwei Stellen unweit des Waldweges, den einige Bürger auch als Spazierweg nutzen, liegen Innereien von Tieren, einmal offen, einmal halb mit Grasabfällen bedeckt. Und unterhalb des Abhanges direkt neben dem Strutbach liegt der schwarz-weiße Kadaver einer Ziege. Einige Meter von den Innereien entfernt sind helle Fellreste verstreut, die von einem unbekannten Tier stammen. An dem steilen Hang fällt der Blick immer wieder auf Knochen, die scheinbar schon länger dort liegen. Doch auch anderer Abfall wie Getränkedosen, Autoreifen, Farbeimer und ehemalige Christbäume sind dort verstreut.
"Das mit der Ziege ist eine Sauerei", sagt der Heinzerather Ortsvorsteher Friedhelm Schlarp. Seit Jahrzehnten sei die Müllkippe nicht mehr in Betrieb. Er sage nichts, wenn dort jemand seinen Rasenschnitt oder Ähnliches entsorgt, aber das mit dem Tierkadaver wäre zu viel. Der Ortsvorsteher hat bei der Polizei Anzeige erstattet. Wem die Ziege gehört hat und von welchen Tieren die entsorgten Innereien stammen, ist aber unbekannt. Schlarp vermutet, dass Jäger die Teile dort abgelegt haben könnten. Schon mehrfach hätten diese die ehemalige Müllkippe als Entsorgungsstelle für ihre Abfälle genutzt. Solche Fälle habe es vor einem Jahr und vor sechs Wochen gegeben. Erst vor wenigen Tagen habe in der Nähe eine Jagd stattgefunden, sagt Schlarp. Doch ob die Innereien tatsächlich von Wildtieren oder aber von Haustieren stammen, ist unklar.
Der Heinzerather Jagdpächter Johannes Wilhelm Himmes sagt, dass er keine Abfälle an der ehemaligen Deponie hinterlässt.
Laut Auskunft der Kreisverwaltung ist es Jägern tatsächlich gestattet, nach dem Aufbrechen von erlegten Tieren die Abfälle im Wald liegen zu lassen. Doch gilt dies nicht für Haus- und Nutztiere wie Rinder, Schafe und Ziegen, sagt Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Zum aktuellen Fund kann er nichts sagen, da die Kreisverwaltung noch nicht informiert worden sei. Die Polizei Morbach teilt mit, dass sie Kontakt mit der Gemeinde aufnimmt, damit diese die Kadaver beseitigen lässt.
Extra

Tierkadaver und Schlachtabfälle von Nutztieren sind bei der Tierbeseitigungsanlage zu entsorgen, teilt Manuel Follmann von der Kreisverwaltung mit. Verstöße dagegen werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Kann derjenige, der Tierkadaver illegal ablagert, nicht ermittelt werden, muss der Grundstückseigentümer diese entsorgen lassen. Wildkadaver oder Körperteile von frei lebendem Wild können hingegen grundsätzlich in der Natur bleiben, sagt Follmann unter Bezug auf eine entsprechende EU-Verordnung. cst