Tiger kommen im Frühling 2015 in den Hunsrück
Bell · Eigentlich sollte der Tier-Erlebnispark Bell (Rhein-Hunsrück-Kreis) schon im Frühjahr 2014 für Besucher öffnen. Komplizierte Genehmigungsverfahren haben dies jedoch verhindert. Nun soll im April 2015 Eröffnung sein - mit sibirischen Tigern als Hauptattraktion.
Bell. Nachdem alle Hürden genommen und die baurechtlichen Genehmigungen erteilt sind, konnte jetzt der Baubeginn der Tiger-Arena - zweifellos die Attraktion des Parks - gefeiert werden. "Im April 2015 wollen wir definitiv mit allem fertig sein", haben Betreiber Alexandra Taetz und Remo Müller beschlossen.
Die Hundetrainerin, Tierpsychologin und Autorin ist zuständig für das bereits eröffnete Hundenatur-Zentrum und "Husky-Erlebnis". Müller übernimmt die Tiger-Arena. Als Attraktion des Parks sollen in einer rund 2000 Quadratmeter großen Anlage vier sibirische Tiger ein artgerechtes Zuhause bekommen. Betreut werden sie von Remo Müller. Der Schweizer ist gelernter Tierpfleger. Er verfügt über langjährige Erfahrung mit Raubkatzen.
Ausgeglichene, glückliche Tiere und Besucher, die die Natur aus nächster Nähe erleben, dies ist das Ziel der Tier-Erlebnispark-Macher. Qualität statt Quantität ist angesagt. Lieber weniger Tiere, die ein erfülltes Leben in einer artgerechten Umgebung führen können, ist das Ziel.
Alle Tiere leben in Gehegen, die die gängigen Vorschriften und Standards bei Weitem überschreiten. Tägliche dem Verhalten und der Tagesform angepasste Trainings beschäftigen die Tiere und fördern ihre natürlichen Anlagen. Die Besucher können das Geschehen beobachten. Die perfekte Show ist dabei nicht das Ziel. Im Zentrum stehen Wissensvermittlung und die Sensibilisierung der Zuschauer. Die meisten Tiere im Park wurden aus Heimen oder von Vorbesitzern übernommen, die sie nicht mehr halten konnten. Ausgesetzten Tieren sowie solchen, die für Zoos nicht von Interesse sind, wird ein Zuhause geboten. Beispielsweise stammen alle 22 Huskys aus Tierheimen oder sind aus zweiter Hand direkt nach Bell gekommen. Rani, Katinka, Vitali und Timur, die vier sibirischen Tiger, sind zwar Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Ihr Genpool ist jedoch ausreichend besetzt, sodass sie für die Zucht ungeeignet sind. In menschlicher Obhut aufgewachsen, hätten sie in freier Wildbahn keine Überlebenschance. Neben den Tigern garantieren Huskys, Reptilien, Waldtiere, Kaninchen und Meerschweinchen und ein großer Spielplatz, dass alle Besucher auf ihre Kosten kommen. Täglich wechselnde Veranstaltungen vermitteln Spannendes und Wissenswertes aus der Tierwelt. WD