Tödlicher Leichtsinn

Wäre der tödliche Unfall eines 70-jährigen Mannes, der am Donnerstag gegenüber von Kröv einen 100 Meter hohen Steilhang hinabstürzte, zu verhindern gewesen? Vermutlich nicht, denn die Felskante ist durch einen hohen Zahn gesichert. Dieser wird aber immer wieder zerschnitten, um die Aussicht besser genießen zu können oder um dort Schutt zu entsorgen.

Kröv. (sim) Betroffenheit und Trauer in Kröv und Traben-Trarbach. Am Donnerstagmittag stürzte ein 70-jähriger Mann aus Traben-Trarbach-Wolf eine 100 Meter hohe Felswand bei Kröv hinab. Der Mann konnte nur noch tot geborgen werden (der TV berichtete). Nach Angaben von Otto Maria Bastgen, Bürgermeister der VG Kröv-Bausendorf, ist die Stelle seit der spektakulären "Kröver Felssprengung" im Jahre 1992 durch einen zwei Meter hohen Metallzaun gesichert. Dennoch werde der Zaun immer wieder von Schaulustigen zerschnitten. Auch komme es öfters vor, dass Einheimische Schutt den Hang hinunterwerfen. Laut Helmut Kasper, Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues, der am Donnerstag vor Ort war, befindet sich der Zaun derzeit in einem schlechten Zustand. Dies habe aber mit dem tragischen Unfall nichts zu tun. Der Mann habe gewusst, in welche Gefahr er sich begibt. Bastgen sagte gegenüber dem TV, dass er noch vor wenigen Wochen mit einem Fernsehteam vor Ort gewesen sei. Der Zaun sei damals in Ordnung gewesen. Gestern haben Arbeiter des Kröver Bauhofs den Zaun repariert. Polizeichef Kasper bittet alle Eltern, ihre Kinder von der Felskante fernzuhalten.

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