Toleranz im Blickfeld

GROSSLITTGEN. (red) Die Europäische Autorenvereinigung "Die Kogge" beschäftigt sich in diesem Jahr bei ihrem traditionellen Literaturforum im Kloster Himmerod vom 29. Mai bis zum 1. Juni mit dem Thema "Toleranzen in Europa".

Während des Literaturforums werden die Schriftsteller sich mit dem Thema Toleranz ausgiebig auseinandersetzen. Die besten entstehenden Texte werden in der literarischen Matinée am Sonntag, 1. Juni, 11 Uhr, in der Stadtbücherei Wittlich in einer öffentlichen Lesung vorgestellt. Bereits zum elften Mal findet die Abschlussveranstaltung in der Stadtbücherei statt.Schriftsteller leuchten Begriffsfeld aus

Wenn man im Internet den Begriff "Toleranz" eingibt, bekommt man 140 000 Meldungen. Vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz" über "Schule für Toleranz", "Initiative Toleranz", "Kino für Toleranz", "Toleranz non-Profit.org", "Bündnis für Toleranz und Zivilcourage", "Toleranz, die dritte Todsünde", "Songbook Toleranz", "Null Toleranz" bis "Jesus-online: Toleranz - alles in Buddah". Dass das Bedürfnis, im Internet über Toleranz zu schreiben, so groß ist, könne vieles bedeuten, sagen die Autoren: Dass der Begriff vielschichtig ist. Dass wir Probleme mit dem Begriff haben. Dass es politisch angesagt ist, über Toleranz zu sprechen. Dass es viele "Toleranzen" gibt und fast jeder etwas anderes darunter versteht. Schlägt man im Lexikon den Begriff Toleranz nach, findet man: "Toleranz (von lateinisch tolerare = ertragen, aushalten und toles = die Last), das Geltenlassen anderer Weltanschauungen, Religionen, Lebensentwürfe und Überzeugungen. In den Grund- und Menschenrechten ist das Toleranzgebot in der Form von Gedanken-, Glaubens- und Gewissensfreiheit normiert. Diese Grundfreiheiten sind die unbedingte Voraussetzung für eine demokratische und humane Gesellschaft. Angesichts des beunruhigenden Anstiegs von Nationalismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erklärte die Unesco das Jahr 1995 zum "Jahr der Toleranz". (Quelle: Microsoft Encarta Enzyklopädie 2001) In diesem Zusammenhang prangern die Schriftsteller an, dass das Defizit an Toleranz, das im Jahre 1995 beklagt wurde, immer noch besteht oder sogar zugenommen hat. Außerdem würden die Krisenherde unserer Welt zeigen, dass die Menschen sich mit "Toleranz" schwer tun und sich sich je nach Herkunft, Geschichte und Kulturverständnis ihre persönliche Definition schaffen würden. Die Texte, die aus diesen Überlegungen der Schriftsteller entstehen, werden am Sonntag, 1. Juni, um 11 Uhr in einer öffentlichen Lesung präsentiert.