Tonnenschwere Last

Die Photovoltaik-Anlage auf der Zentralmülldeponie in Sehlem ist komplett. Vor dem Wochenende stellte ein Kran das Herzstück auf: Zwei Containerstationen, in denen der gewonne Solar-Strom für die Einspeisung ins Netz umgewandelt wird.

Ein 200-Tonnen-Kran hebt die 35 Tonnen schwere Containerstation neben die Module der Fotovoltaikanlage auf der Mülldeponie Sehlem. TV-Foto: Sybille Schönhofen

Sehlem. Ab Ende Oktober gibt es sauberen Strom von der Zentralmülldeponie Sehlem. Bis zum vergangenen Wochenende fehlte nur noch das Herzstück der Photovoltaik-Anlage: Die Containerstation, in der der von den Solarmodulen gewonnene Gleichstrom über den Wechselrichter in netzfähigen Wechselstrom umgewandelt wird, um die Energie ins öffentliche Netz einzuspeisen.

Und da sich die 10 000 Quadratmeter große Anlage auf zwei verschiedene Hänge verteilt, brachte am Donnerstag ein Tieflader gleich zwei dieser 28 und 35 Tonnen schweren Herzstücke von der Firma Solartec aus Karlsruhe nach Sehlem. Die zwei kleinen Häuser in der Größe einer Garage setzte ein 200-Tonnen-Kran mit 15 Meter Ausladung an ihren Bestimmungsort neben die Module. Die größte Befürchtung, nasser Boden, trat nicht ein. Das Wetter spielte mit. Nach vier Stunden zeigten sich die Verantwortlichen für die Anlage erleichtert: Jörg Schleifer vom Planungsbüro Rytec aus Baden-Baden, Edelbert Bach vom Trierer Bürgerservice, Stephan Müllers von der Kreisverwaltung und Jürgen Schopp von der Luxemburger Firma Solartec.

"Eine solche Anlage auf einer Deponie zu errichten ist eine echte Herausforderung", sagt Bach. Für die Deponie sei es das Beste, meint Schleifer. Sie werde genutzt und könne gleichzeitig rekultiviert werden. Kräuter und Gras werden unter den Modulen gepflanzt, eines Tages sollen Schafe dort weiden.

"Es wird eine ökologisch wertvolle Fläche geschaffen", so Schleifer. "Und als Sahnehäubchen wird noch Solarstrom produziert. Das macht den besonderen Charme aus", fügt Bach hinzu.

Seit Juli wurden beide Teilanlagen montiert und verdrahtet. Mit der Inbetriebnahme der Containerstationen soll es Ende Oktober grünes Licht für den grünen Strom geben.

In die Anlage investiert der Abfallbetrieb des Landkreises Bernkastel-Wittlich 2,5 Millionen Euro.

Bei voller Sonneneinstrahlung bringt die Photovoltaik-Anlage mit ihren 6447 Modulen eine Leistung von 780 kWp (Kilowattpeak). Jährlich erzeugt sie 800 000 Kilowattstunden. Das reicht, um 250 Haushalte mit Strom zu versorgen.