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Tourismushilfe in VG Wittlich-Land: Nachhaltige Projekte statt Einmalzahlungen

Tourismushilfe in der VG Wittlich-Land : Nachhaltige Projekte statt Einmalzahlungen

Die VG Wittlich-Land will der Tourismusbranche mit 15 Investitionen unter die Arme greifen. Der TV stellt die wichtigsten Maßnahmen der Reihe nach vor.

Die Tourismusbranche steckt wegen der Coronapandemie in der Krise (der TV berichtete mehrfach).  Wie an der Mosel leiden auch die Hotels und Restaurants in Manderscheid, Meerfeld, Eisenschmitt, Osann-Monzel und anderen Orten der Verbandsgemeinde Wittlich-Land unter den verfügten Schließungen. Mittlerweile seien bereits mehrere größere Betriebe mit der Bitte um Soforthilfe  an die Verbandsgemeindeverwaltung herangetreten, sagte Bürgermeister Dennis Junk auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde in Wittlich. „Wir wollen keinen Betrieb verlieren. Aber wir geben keine Soforthilfen in Form von Cash an die Betriebe“, sagte Junk. Denn das sei nicht Aufgabe der Kommunen, sondern der Bundes- und Landesregierung. Dennoch wolle die Verbandsgemeinde ein Signal senden. Die Ausschussmitglieder brachten  am Dienstagabend ein Infrastrukturprogramm für den Tourismus in der VG Wittlich-Land auf den Weg. Es besteht aus 15 Einzelmaßnahmen, die den „sanften Tourismus“ in der Natur fördern sollen. Junk: „Unser Programm ist ein nachhaltiges Konzept, von dem Betriebe und Bürger profitieren sollen – und keine Einmalzahlungen.“ Der TV stellt die Highlights in einer Serie vor. Die größte Investition mit geschätzten Kosten von rund 150 000 Euro ist ein geplanter Klettersteig an den Manderscheider Burgen.

Klettersteig Wenn der Verbandsgemeinderat den Vorschlägen des Ausschusses zustimmt und die Pläne mit dem Natur- und Umweltschutz vereinbar sind, könnte die Burgenstadt bald um eine touristische Attraktivität reicher sein. Die Verbandsgemeinde will in einen rund 3,6 Kilometer langen Klettersteig investieren, der sich entlang der Felswände rund um die Turnierwiese schlängeln soll. Auf unterschiedlichen Etappen entlang in den Fels gestemmter Eisen und Drahtseile sollen bald Familien mit Kindern sowie auch Fortgeschrittene kraxel können. Ein großer Klettersteig sei ein touristisches Alleinstellungsmerkmal in ganz Rheinland-Pflalz, sagte  Junk. Einzig auf dem  Bremmer Calmont und in Boppard seien kleinere Klettersteige zu finden. Doch ein Manderscheider Steig mit knapp vier Kilometern Länge dürfte alle bestehenden Klettersteige im Land in den Schatten stellen.

Die Idee dazu kommt vom Manderscheider Förster Georg Fox und ist gar nicht so neu. „Wir haben da schon vor zehn Jahren drüber gesprochen. Aber damals wollte die Stadt die Kosten von 15 000 Euro für eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht zahlen, weil deren Ergebnis ja auch lauten könnte, dass man den Klettersteig nicht bauen darf.“

Allerdings, so erklärt der Förster, müsse für dieses Projekt kein einziger Baum gefällt werden. Fox:  „Es werden nur ein paar Eisen in den Fels gehauen und Drahtseile gespannt.“

Die rund 3,6 Kilometer lange Strecke rund um die Turnierwiese und Lieser solle mehrere Zu- und Abstiegsmöglichkeiten bieten. Der anspruchsvollste letzte Abschnitt solle von der Turnierwiese bis zum Burgenparkplatz hochführen. Fox: „Vor der Kulisse der Burgen wäre solch ein Klettersteig unvergleichbar. Vom Landschaftserleben wird das toll.“ Um auch mal eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, wäre solch eine Maßnahme besser, anstatt die zwanzigste Wanderhütte zu bauen oder den zwanzigsten Wanderweg auszuweisen, ist der Förster überzeugt. Die benötigte Ausrüstung wie Klettersteigsets mit einem Seil und Gurt zur Absicherung könne man an die Touristen verleihen.

„Für Manderscheid wäre das eine tolle Sache“, sagt Stadtbürgermeister Günther Krämer. Vor der Umsetzung des Projektes wolle  man sich von Experten des Alpenvereins, die solche Klettersteige bauen, beraten lassen. „Das wird eine runde Sache.“