Tourismuskonzept Traben-Trarbach: Werben mit Tradition und Lifestyle

Kostenpflichtiger Inhalt: Tourismuskonzept Traben-Trarbach/Kröv : Werben mit Tradition und Lifestyle

Das Tourismuskonzept für Traben-Trarbach Kröv steht. Es müssen aber noch bis Ende des Jahres wichtige Detailfragen geklärt werden – unter anderem unter welchem Namen geworben werden soll.

Seit dem 1. Juli 2014 gibt es die neue Verbandsgemeinde  Traben-Trarbach, hervorgegangen aus der ehemaligen Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf und Traben-Trarbach alt. Jetzt hat man  sich auf ein gemeinsames Tourismuskonzept geeinigt. Bis zur Umsetzung des neuen Konzepts ab 1. Januar 2020 müssen allerdings noch wichtige Details geklärt werden. Zum einen der Name. Das Büro für Tourismus- und Erholungsplanung (BTE) hat das Konzept in mehreren Workshops zusammen mit Touristikern, Hoteliers, Gastronomen und Gewerbetreibenden  entwickelt und den Namen  Moselregion Traben-Trarbach Kröv vorgeschlagen. Bereits bei der öffentlichen Vorstellung des Konzepts am Dienstag vor rund 100 Interessierten im Bürgersaal Traben gab es dazu unterschiedliche Meinungen. Der im Anschluss tagende Tourismuszweckverband fasste dazu keinen Beschluss. Die Frage soll voraussichtlich bei der nächsten Zusammenkunft  im November geklärt werden. Auch über ein Logo wurde diskutiert. Zwei Vorschläge der Agentur standen zur Debatte – beide jeweils mit der Schrift  „Moselregion Traben-Trarbach Kröv“. Im ersten Logo sind die Moselschleifen von Enkirch bis Kröv stilisiert dargestellt, im zweiten Logo sind grafisch die Steillagen und ein Fachwerkhaus angedeutet. Das erste Logo fand mehr Zustimmung, worauf sich der eine halbe Stunde  später tagende  Zweckverband auf diesen Vorschlag einigte. Allerdings soll die Agentur  noch einige Modifizierungen vornehmen, über die dann erneut beraten  wird.

So viel zu den Beschlüssen. Das über 80 Seiten umfassende  Tourismuskonzept – es wird noch  auf der Homepage der Verbandsgemeinde   Traben-Trarbach veröffentlicht –  zeigt die Stärken, Schwächen und Chancen der Region rund um Traben-Trarbach Kröv auf und nennt Ziele und Maßnahmen.

Silke Heck von der Agentur BTE fasste das Ergebnis zusammen. Sehr positiv bewertet sie das Wander- und Radwegenetz, das breite Kultur- und Freizeitangebot, die einzige Therme an der Mosel, die große Bekanntheit von Traben-Trarbach und Kröv und die bekannten Weinlagen.

Als Schwächen nannte sie unter anderem  das Fehlen einer Gebietsvinothek, viel Leerstand beim Einzelhandel in den Orten, die oftmals fehlende Möglichkeit in vielen Betrieben Online zu buchen und eine  mangelnde Zusammenarbeit unter den Touristikern. Und es gibt das Problem des Fachkräftemangels in der Gastronomie und Hotellerie – was allerdings nicht nur die Mittelmosel betrifft.

Attraktion in Kröv: das Internationale Trachtentreffen. Foto: TV/Winfried Simon

Heck sieht aber viele Chancen, um den Tourismus weiter zu entwickeln. Sie nennt die Themenbereiche Wein  und Kulinarik, Aktiv in der Natur sowie Kultur und Veranstaltungen mit den Zielgruppen aktive Naturgenießer, reifere Natur- und Kulturliebhaber und urbane Kleinstadtgenießer. Gerade letztere Gruppe, die als „experimentierfreudig“  und für die „Lifestyle“ wichtig sei, sei sehr interssant. Heck: „Wein als Lifestyle-Produkt boomt.“

Klärungsbedarf besteht noch hinsichtlich der touristischen Aufgabenverteilung und Organisation. Ursprünglich lautete eine gutachterliche Empfehlung,  alle personellen und finanziellen Ressourcen in einer einzigen Organisation zusammenzuführen. Doch die Kommunen entschieden sich dagegen. Die örtlichen Tourist-Informationen bleiben bestehen und  sollen weiterhin unter anderem für die Gästeinformation  und den Gästeservice zuständig sein.

Die Fachleute von BTE sehen das kritisch. Zitat: „Diese Form der Zusammenarbeit stellt die beteiligten  Akteure vor große Herausforderungen und macht eine kontinuierliche und intensive Abstimmung zur Vermeidung von Doppelstrukturen und Doppelarbeit unerlässlich. Alle Beteiligten stehen nun vor der Herausforderung einer klaren Aufgabenabgrenzung.“

Im nächsten Schritt geht es jetzt  darum, aus den Erkenntnissen des Tourismuskonzepts ein schlagkräftiges Marketingkonzept zu entwickeln. Dazu gehört ein einheitliches Erscheinungsbild (Corporate Design) für Print und Online, gemeinsame Print-Publikationen, eine Internetseite und  Social Media Aktivitäten.

Schließlich müssen sich die Touristiker auf die aktuellen Trends einstellen. Die Menschen haben einen immer höheren Qualitätsanspruch, wollen vor  Ort Kultur und eine intakte Natur erleben,  die Reiseentscheidungen werden immer kürzer  getroffen, mehr Menschen wollen einen  „gesunden Urlaub“ verbringen und das  Thema Barrierefreiheit gewinnt  an Bedeutung.

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