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Touristiker werten Traumschleifen auf: Neues Konzept mit vier Schwerpunkt-Wanderwegen

Touristiker werten Traumschleifen auf: Neues Konzept mit vier Schwerpunkt-Wanderwegen

Die Einheitsgemeinde Morbach richtet ihr Fremdenverkehrskonzept neu aus. Schwerpunkt sind die Traumschleifen, die Touristen aus der Umgebung anlocken sollen. Diese Wanderwege sollen nach und nach aufgewertet werden.

Morbach. "Es ist so, dass der Trend in Richtung Traumschleifen geht. die Ortswanderwege werden kaum mehr nachgefragt", sagt Franziska Fleckser, Leiterin der Tourismus-Information in Morbach. Fleckser besucht deutschlandweit Tourismusmessen und stellt fest: "Es hat sich in Deutschland herumgesprochen, dass es schöne Traumschleifen im Hunsrück gibt." Deshalb hat sie im neuen Tourismuskonzept auch einen Schwerpunkt auf Traumschleifen gelegt. Das Konzept wurde vor kurzem im Ausschuss der Einheitsgemeinde besprochen und verabschiedet.Tagestourtauglich und rund

Touristiker werten Traumschleifen auf: Neues Konzept mit vier Schwerpunkt-Wanderwegen
Foto: (m_huns )


Was sind "Traumschleifen"? Es handelt sich dabei um Prädikatswanderwege, die entlang des Fernwanderwegs Saar-Hunsrück-Steig als Rundwege angelegt sind. Der Saar-Hunsrück-Steig verläuft auf 410 Kilometern von Boppard am Rhein bis nach Perl im Saarland. Traumschleifen haben in der Regel eine Länge von sieben bis 20 Kilometern, sind also tagestourtauglich und als Rundwanderweg angelegt. Sie werden als Premium-Rundweg alle drei Jahre zertifiziert.
Die alte Mühlenwanderung, die von Morbach an Veldenz und Riedenburg vorbeiführt, wurde mangels Nachfrage aufgegeben. Im Jahr 2012 wurden bereits 125 Kilometer Wanderwege in der Einheitsgemeinde gestrichen, und im Jahr 2015 wurden weitere 56 Kilometer Ortswanderwege abgeschafft, zumal sich diese mit dem Saar-Hunsrück-Steig oder mit Traumschleifen kreuzen. "Das wurde alles mit den Ortsvorstehern abgesprochen", versichert Fleckser. Das aktuelle Wanderwegenetz der Einheitsgemeinde belaufe sich nun inklusive Nordic-Walking-Routen auf 360 Kilometer, die auch nachhaltig gepflegt werden können. Von den insgesamt vier Traumschleifen in der Einheitsgemeinde wurde der Jakob-Maria-Mierscheid-Weg im August zum ersten Mal zertifiziert. "Bislang haben wir noch nicht das Ergebnis, aber wir rechnen mit einer sieben vor der Null", sagt Fleckser. Wanderwege werden nach einem Punktesystem zertifiziert: Ab 45 Punkten darf man sich "Premiumweg" nennen. Eine "Traumschleife" muss mindestens 60 Punkte haben. Für den Jakob-Maria-Mierscheid-Weg und auch für die Hunolsteiner Klammtour, die ebenfalls im Sommer erneut bewertet wurde, haben sich Franziska Fleckser und ihr Team einige Extras überlegt, die es sonst kaum auf Traumschleifen gibt. "Wir haben auf den Markierungsschildern, die den Weg quasi unverlaufbar machen, zusätzliche Angaben über die gewanderten Kilometerzahl gemacht", sagt Fleckser. Außerdem gibt es einen QR-Code, mit dem man weitere Informationen über das Handy abrufen kann. "Wir haben auch für beide Wanderwege Tore gemacht, die von regionalen Betrieben gestaltet wurden, inklusive einer Übersichtstafel. Wir wollen auf diese Weise die Traumschleifen nach und nach aufwerten", erklärt die Leiterin der TI. Sie erhalte auch viel Feedback von Wanderern.
Ein Mal pro Woche fährt der Bauhof die Mülleimer der Wanderwege ab und leert sie. "Dabei fällt aber kaum Müll an. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Wanderer sehr naturbewusst sind und ihren Müll meistens selbst mitnehmen", lobt Fleckser ihre Gäste.
Die dritte Traumschleife des Quartetts, die Ölmühlentour, steht in diesem Jahr nicht zur Zertifizierung an, die alle drei Jahre stattfindet. Sie wird erst wieder 2017 überpüft. Die LandZeitTour, die in Hinzerath beginnt, steht als nächstes auf der Agenda, denn sie wird 2016 einer erneuten Untersuchung unterzogen. Sie gilt derzeit ein wenig als Sorgenkind: Die Figuren des Künstlerpaars Bruni Kluss und Rüdiger Luckow, die mehrere Punkte der Route zieren und auf die Geschichte des Hunsrücks aufmerksam machen sollen, sind beschädigt. "Wir sind derzeit mit dem Künstlerpaar im Gespräch, um die Figuren mit eventuell anderen, nachhaltigeren Materialien auszustatten", versichert Fleckser.