Touristische Angebote ständig verbessern

Touristische Angebote ständig verbessern

Zeltingen-Rachtig erhofft sich neue Impulse von der demnächst anlaufenden Dorfmoderation. Es ist die erste in der Doppelgemeinde. Ortsbürgermeister Manfred Kappes wünscht sich vor allem die Weiterentwicklung der Gemeinde als Touristenort.

Zeltingen-Rachtig. In den vergangenen Jahren hat sich zwar einiges getan in dem nach der Stadt Bernkastel-Kues zweitgrößten Ort der Verbandsgemeinde. Im Zuge des Bundesstraßenausbaus wurden viele Straßen erneuert, und auch der Tourismus kam voran.
Doch vor dem Hintergrund des Baus der B 50neu und der Hochmoselbrücke sieht Kappes Handlungsbedarf. Gäste sollten später nicht über die Brücke wegfahren, sondern den Ort besuchen. Ein weiteres Thema werde der Erhalt leer stehender Gebäude sein. Wichtig sei, so Kappes, die Menschen und auch junge Leute in die Planungen mit einzubinden.
Kappes setzt große Erwartungen in einen Dorfmoderator. Für die Umsetzung zukunftsorientierter Vorhaben seien Sachverstand und Ideen von außen wichtig. Darüber hinaus erhofft er sich vom "moderierten Arbeiten" in Gruppen eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls im Ort. In der nächsten Gemeinderatssitzung werden verschiedene Büros ihre Konzepte vorstellen. Laut Kappes soll die erste Dorfmoderation im Ort noch vor der Sommerpause anlaufen.
Mit einbringen wird sich auch Verkehrsamtsleiter Hubert Kappes. Ihm geht es vor allem darum, dass Tourismus und Weinbau nicht nur ihren Stellenwert behalten, sondern möglichst gestärkt werden. Ganz wichtig sei die qualitätsorientierte Ausstattung von Gästezimmern. Die Infrastruktur sei zwar gut - doch Angebote dürften nicht "auf ihrem Stand verharren". Sie müssten beständig modernisiert werden. Das betreffe auch den Camping- und Wohnmobilstellplatz. Außerdem will er sich für freiwillige Qualitätsprüfungen von Gastgebern einsetzen. Da es Zimmervermietern häufig an Nachwuchs fehle, sollte die Gemeinde zudem jungen Leuten das Einsteigen interessanter machen.
Gastronom Markus Reis (Zeltinger Hof) verspricht sich viele Impulse von der Dorfmoderation. Vor allem hofft er auf "Schadensbegrenzung" während des Baus der Hochmoselbrücke. Für die Zeit während der Bauarbeiten brauche es Ideen, wie touristische Betriebe das überleben könnten. Außerdem frage er sich, wie "die Landschaftszerstörung des Moselsporns" den Gästen vermittelt werden könne und wo diese künftig wandern könnten. Weitere Baustellen stünden an: Der Bau der Brückenanbindungen, das Feriendorf oberhalb von Machern und das dort geplante Hotel. Ein weiteres Problem sieht er in rückläufigen privaten Zimmerangeboten, was zu Kaufkrafteinbußen führe. Historische Altbauten ohne Parkplatz und Garten hätten nur Chancen mit auf Landesebene überarbeiteten Sanierungskonzepten. Mit beitragen zur Steigerung der Lebensqualität könnten auch die Vereine. Rückläufiges ehrenamtliches Engagement schwäche den gesamten Ort. Daher könnte die Dorfmoderation vielleicht ähnliche Vorzeigeprojekte auf den Weg bringen wie das gemeinsame Feuerwehrhaus beider Ortsteile.