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Traben-Trabach eröffnet einen neuen Jugendraum

Neue Anlaufstelle : Mehr Raum für die Jugend in Traben-Trarbach

Nach 14 Jahren gibt es in Traben-Trarbach wieder einen Treff für Schüler. Erste Projekte sind in der Doppelstadt schon geplant.

Ein emsiges Gewusel herrscht im neuen Jugendraum der Gemeinde Traben-Trarbach in der Römerstraße. In einem Bereich sind Jugendliche gerade dabei, Leitungsschlitze mit Gips zu verspachteln, eine andere Gruppe putzt die Fliesen im WC. Laute Musik dröhnt aus einem Lautsprecher. Mittendrin die Traben-Trarbacher Jugendpflegerin Patrycja Murawska, die mit anpackt oder auch schon mal darauf aufmerksam macht, dass man eine Spachtel renigen muss, bevor man sie einfach weglegt, weil der Gips sonst eintrocknet.

 Die Jugendlichen richten sich ihren eigenen Jugendraum ein, auf den sie jahrelang gewartet haben. Und es ist nicht nur ein Raum, sondern eigentlich eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit Bad, WC, einem 28 Quadratmeter und einem circa 16 Quadratmeter großem Zimmer. „In das große Zimmer kommt unser Zockerraum mit Fernseher und Spielkonsole. In das kleinere ein Sofa zum chillen“, erzählt Finn ganz begeistert.

Murawska legt Wert darauf, dass die Jugendlichen ihren neuen Treffpunkt selbst gestalten und mit anpacken. „Hier ist ein Platz, an dem alle Zeit verbringen können und Projekte machen. Es ist auch eine Beziehungsarbeit zwischen den verschiedenen Altersstufen. Ich freue mich, dass sich so viele Schüler hier treffen können“, sagt Murawska. Schließlich war es ein langer Weg, bis der Jugendraum gefunden wurde. Stadtbürgermeister Patrice Langer, der gemeinsam mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Marcus Heintel, zur Eröffnung zum Jugendraum kommt, freut sich: „Als vor einem halben Jahr klar wurde, dass wir in diesem Gebäude den Jugendraum einrichten können, war mir ein Stein vom Herzen gefallen. Macht was draus, ich komme dann mal gucken, wie es geworden ist.“

Auch wenn die Schaffung eines Jugendraums von Anfang an auf der Agenda des vor fünfeinhalb Jahren gewählten Bürgermeisters stand, hatte sich die Realisierung hingezogen. Marcus Heintel ergänzt: „Wir schließen damit eine große Lücke, denn der Bedarf war da. Wir hatten zuvor erstmals mit Patrycja Murawska eine mobile Jugendarbeiterin für die ganze Verbandsgemeinde eingestellt und uns dann letzten Endes für dieses Gebäude entschieden. Hier war früher ein Archiv der Verwaltung, das wir jetzt in den Keller verlagern.“

Das Gebäude gehört der Verbandsgemeinde, die es wiederum an die Stadt vermietet. Zuvor stand ein gegenüberstehendes Haus an der Ecke Römerstraße/Oberstädter Straße im Fokus, ein altes Bruchsteinhaus, das ebenfalls im Besitz der Verbandsgemeinde stand. Die Kosten für einen Umbau dieses Hauses hätten aber das Budget gesprengt.

Als dann die Verbandsgemeindewerke nach Kröv umzogen, wurde das gesamte Ensemble frei, und das jüngere Haus konnte bezogen werden. Noch ist in der ehemaligen Küche ein Serverraum untergebracht, den die Gemeinde nutzt. Aber auch der soll bald umgesiedelt werden, womit dann insgesamt 80 Quadratmeter mit Küche für die Jugend zur Verfügung stehen.

Wenn die Räume eingerichtet sind, kann der Betrieb losgehen. Der Jugendraum wird dann an bestimmten Tagen geöffnet. „Wir werden dort Angebote anbieten, wie ein Bewerbertraining oder Zeichenworkshops. Es haben sich auch schon Eltern gemeldet, die zum Beispiel bei der Aufsicht helfen wollen“, sagt Patrycja Murawska.