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Traben-Trarbach: Das Wahrzeichen der Stadt steht leer

Traben-Trarbach: Das Wahrzeichen der Stadt steht leer

Seit Anfang dieses Jahres steht das Restaurant im historischen Brückentor leer. Die Pächterin hat aus Altersgründen aufgegeben. Die Stadt hat bislang keinen Nachfolger gefunden. Sie denkt über andere Nutzungen nach, zum Beispiel standesamtliche Trauungen.

Traben-Trarbach. Das Brückentor in Traben-Trarbach, Wahrzeichen und wichtiger Imageträger der Stadt, ist zu einem Problemfall geworden. Mehrmals hat die Stadt das Restaurant, genannt Brückenschenke, zur Verpachtung ausgeschrieben - bislang aber ohne Erfolg. "Es gab einige Interessenten, die sind aber alle wieder abgesprungen", sagt Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus. Die Stadt sei auch bereit, Zugeständnisse beim Pachtpreis zu machen.
Neun Jahre betrieb lang Anita Caspari die Brückenschenke. Die 67-jährige Traben-Trarbacherin hat zum 1. Januar 2014 den Pachtvertrag nicht mehr verlängert. Aus Altersgründen und wegen der Gesundheit, sagt sie. 543 Euro Pacht musste sie monatlich an die Stadt zahlen. "Das war in Ordnung", sagt die Gastronomin, "aber zum Schluss war das alles mir zu viel." Der Standort der Brückenschenke in dem historischen Jugendstilgebäude könnte besser nicht sein. Allerdings befindet sich das Restaurant auf zwei Etagen. Die Küche, die inzwischen leer steht, ist in einer Zwischenetage untergebracht.
Wer dort bedient, muss fit sein, denn die Gasträume sind nur über Treppen zu erreichen. Zu schaffen macht der Brückenschenke seit kurzem die große Freiterrasse des Schlosscafés direkt nebenan. Sie wurde am 1. Juli 2013 eröffnet und ist wegen der Top-Lage während der Saison bei Gästen wie Einheimischen sehr beliebt.
Die Stadt hat Anfang 2001 rund 300 000 Euro in die Innensanierung der Brückenschenke gesteckt. Anita Caspari ist seitdem bereits die dritte Pächterin. Weil bislang kein Pächter gefunden wurde, sind nun andere Nutzungsmöglichkeiten im Gespräch. So sollen dort standesamtliche Trauungen stattfinden können. Ein ganz besonders anheimelnder Platz innerhalb der Brückenschenke ist das im zweiten Stock befindliche Turmzimmer mit seinen schönen Wandbildern. Sie stellen Berufsgruppen der Region dar.
Seit Sommer 2002 konnten sich Paare auf Schloss Burg standesamtlich trauen lassen. Dies ist jetzt nicht mehr möglich, denn die Schlossbesitzer, das Rentnerehepaar Dölbor, wollen das nicht mehr.
Die Verbandsgemeinde hat noch einen weiteren Ort für standesamtliche Trauungen im Blick - den Bürgersaal im alten Rathaus Traben. Zurzeit wird der Innenbereich im alten Rathaus Traben für 350 000 Euro saniert.Brückentor

Extra

Das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Brückentor ist eines der prägnantesten Jugendstilgebäude der Stadt. Das Tor besteht aus drei Bauteilen, dem Hauptturm, dem Torbogen und dem kleineren Nebenturm. Die Steinmetzarbeiten stammen von dem Traben-Trarbacher Bildhauer Wendhut. Über dem Bogen findet sich an der südlichen Seite die Reliefdarstellung eines tanzenden Winzerpaars. Im Gegensatz zur Brücke, die 1945 gesprengt und 1947/48 wiederaufgebaut wurde, blieb das Tor im Krieg unversehrt. red