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Traben-Trarbach: Mut zur Lücke wird belohnt

Traben-Trarbach: Mut zur Lücke wird belohnt

Die Stadt Traben-Trarbach kommt noch in den Genuss von Geldern aus dem Städtebauförderprogramm, das offiziell Ende 2016 ausgelaufen ist. Die Bürgerinitiative „Leben in Trarbach“ ist froh über die Entwicklung.

In einem Zeitraum von 18 Jahren kann viel passieren. Genau so lange, seit 1988, kann Traben-Trarbach Gelder aus dem Städtebauförderprogramm in Anspruch nehmen. Ende 2016 ist dieses vom Land geförderte Programm ausgelaufen - allerdings nicht in der Doppelstadt. "Es sind noch nicht alle Mängel behoben", erläutert Stadtplaner Roland Kettering (Büro BBP, Kaiserslautern). Deshalb habe es frühzeitig ein Gespräch zwischen der Stadt und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier gegeben. Das Ergebnis: Das Förderprogramm bleibt für Traben-Trarbach bis Ende 2018 aktuell.

Bei zwei Projekten geht es um viel Geld: 500.000 Euro für den Abriss des so genannten Blockbereichs hinter dem VG-Verwaltungsgebäude und etwa 220.000 Euro für die Neugestaltung des Platzes in der Kirchgasse. Dort stand bis März 2016 das ehemalige Polizeiamt.

Beide Projekte hätte die Stadt gerne früher in Angriff genommen. Doch die Denkmalschutzbehörde pochte lang auf den Erhalt der beiden leer stehenden Gebäude.

Für den Blockbereich werde derzeit die Ausschreibung für den Abriss vorbereitet, sagt Stadtbürgermeister Patrice Langer. Gleichzeitig werde auch der so genannte Realisierungswettbewerb ins Auge gefasst. Architekten werden aufgerufen konkrete Pläne über die spätere Nutzung der frei werdenden Fläche zu machen. Wann der Abriss erfolge, stehe noch nicht fest.

Bei der Kirchgasse geht es vor allem ums Geld. Roland Kettering hat im vergangenen Jahr vier Varianten vorgestellt (der TV berichtete). Doch die Billigste von ihnen kostet schon um die 500?000 Euro. "Zu viel", sagt Langer mit Blick auf die Stadtkasse, in der es keine Mittel für Ausgaben gebe, die nicht zwingend notwenig sind.

Es wird ein hydraulisches Gutachten geben. Mit ihm soll geklärt werden, ob der unter der Fläche fließende Schottbach freigelegt werden kann. Sollte das möglich sein, könnten Mittel aus dem Programm "Aktion Blau" beansprucht werden.
Darauf setzt auch die Bürgerinitiative (BI) "Leben in Trarbach". BI-Sprecher Gerhard Lettl dazu: "Wir favorisieren eine auf die dann vorhandenen Finanzmittel optimierte Planung für den Platz."

Die Initiative begrüßt diese Entwicklung: "Wir sind sehr froh, wie sich die Stadt zurzeit dieser Grundsanierung Trarbach annimmt, und die Gelegenheiten, die sich jetzt ergeben, auch ergreift", sagt Lettl. Er hofft auch auf eine Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung des Geländes hinter der VG-Verwaltung.

Ab 2019 könnte dann ein neues Sanierungsprogramm in Anspruch genommen werden. Es gebe aber nur eine Laufzeit von acht bis zehn Jahren, erläutert Roland Kettering. "Es soll nahe an der Realität sein, damit keine Luftschlösser produziert werden." Und es werden nicht beide Stadtteile gleichzeitig gefördert. Es gibt bereits eine Einigung auf Trarbach. Dort sei mehr zu tun, so der Tenor. Projekte in Traben könnten aus anderen Fördertöpfen bezuschusst werden.

Stadtbürgermeister Patrice Langer stellt bei der Vielzahl von Aufgaben noch etwas in den Mittelpunkt: "Wir müssen eine Prioritätenliste erstellen."