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Traben-Trarbach schafft Platz für Reisebusse

Traben-Trarbach schafft Platz für Reisebusse

Die Stadt Traben-Trarbach plant den Bau von acht Busstellplätzen am Ortsausgang Trarbach in Richtung Enkirch. Außerdem wird der Moselparkplatz in Trarbach neu gestaltet. Dort fallen allerdings sieben Auto-Stellflächen weg.

Traben-Trarbach. Wohin mit den Touristenbussen? Bis zum Bau des inzwischen fertiggestellten Verkehrskreisels an der B 53 Richtung Wolf konnten sechs dieser großen Fahrzeuge auf dem Platz am Moselufer in Trarbach parken. Doch durch den Bau des Kreisels ist die Fläche kleiner geworden. Für lediglich drei Busse wäre noch Platz. Der Stadtrat musste sich also Gedanken machen, wo in Zukunft die Reisebusse abgestellt werden können.
Die Lösung, die er am Dienstagabend einstimmig beschlossen hat: Vor dem historischen Anwesen Weingut Louis Klein am Ortsausgang von Trarbach in Richtung Enkirch werden acht Busparkplätze gebaut. Die Busse sollen dort rückwärts einparken und über die alte Enkircher Straße herausfahren. Der Stadtrat hat die Planung in Auftrag gegeben. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier hat diesem Projekt grundsätzlich zugestimmt. Eine Kostenschätzung liegt noch nicht vor.
Von dem geplanten Parkplatz können Fußgänger durch die Unterführung unter der B 53 zum Moselufer gelangen. Louis Klein regte in der Einwohnerfragestunde an, an der Unterführung eine Toilettenanlage zu bauen. Er befürchtet, dass Bustouristen vor seinem Haus ihre Notdurft verrichten. Außerdem sei die Unterführung bereits jetzt ständig stark verschmutzt. Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus sagte: "Das werden wir im Auge behalten. Darüber sollte noch einmal gesondert beraten werden."
Gleichzeitig beschloss der Stadtrat die Planung für die Neugestaltung des großen Parkplatzes am Moselufer Trarbach. Dort können Busse nicht mehr parken, aber sie sollen in Zukunft rundfahren können, damit die Passagiere direkt vor dem Schiffsanleger aussteigen können. Dadurch fallen aber sieben der 57 PKW-Parkplätze weg.
Außerdem wird in der Enkircher Straße schräg gegenüber dem Parkhotel ein Busstandplatz eingerichtet, wo die Busse kurz anhalten und die Passagiere ein- und aussteigen können. Ein Verkehrsleitsystem für Busse soll nach der Fertigstellung dieser Projekte installiert werden.
Die Neugestaltung des Platzes am Moselufer kostet nach einer ersten Schätzung rund 300 000 Euro. Die Stadt hofft auf einen 80-prozentigen Zuschuss aus der Städtebauförderung. Nach Auskunft von VG-Chef Ulrich K. Weisgerber werden die Pläne der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier vorgelegt und ein Finanzierungskonzept erarbeitet.
Weisgerber geht davon aus, dass nach der Fremdenverkehrssaison mit dem Bau begonnen werden kann. Insgesamt verfügt die Stadt dann über acht Busstellplätze in Trarbach und neun in Traben. In Bernkastel-Kues gibt es 27 Busparkplätze.Nach Auskunft von Matthias Holzmann, Leiter der Tourist-Information Traben-Trarbach, zählt die Stadt pro Jahr 65 000 Übernachtungsgäste, die im Schnitt 3,1 Tage bleiben (200 000 Übernachtungen). Davon reisen schätzungsweise 80 Prozent mit dem Auto an, 15 Prozent mit der Bahn und fünf Prozent mit Bussen. Die Zahl der Tagestouristen schätzt Holzmann auf eine Million im Jahr. Etwa 40 Prozent davon würden mit Ausflugs- oder Hotelschiffen kommen, jeweils 15 Prozent mit dem Auto beziehungsweise der Bahn. 300 000 Tagestouristen reisten mit dem Bus an, wobei aber der größte Teil von ihnen direkt ein Fahrgastschiff besteige. sim