Traben-Trarbach: Schiffsanleger kostet mehr als 400 000 Euro

Traben-Trarbach: Schiffsanleger kostet mehr als 400 000 Euro

Der Stadtrat Traben-Trarbach favorisiert das Ufer am Ida-Becker-Haus als Standort für einen neuen, großen Schiffsanleger. Ob dieser wirklich gebaut wird, ist aber noch eine Frage der Finanzierung.

Traben-Trarbach. Seit den ersten Gesprächen über den Neubau von Schiffsanlegern in Traben-Trarbach ist schon viel Wasser die Mosel runtergeflossen. Nun werden nach und nach die Pflöcke eingerammt. Bevorzugt wird derzeit der Standort am Ida-Becker-Haus. Genauer: zwischen der Unteren Kaiserstraße und der Straße am Bahnhof.
Dort ist die Fahrrinne ausreichend breit und eine Doppelbelegung möglich - es können also zwei Schiffe gleichzeitig festmachen. Gut sieht es auch für die Stromversorgung aus: Es gibt eine Trafostation, von der ein Kabel ans Ufer gelegt werden kann. Zudem können sich die Schiffe an dieser Stelle mit Frischwasser versorgen, Abwasser kann in die Kanalisation geleitet werden.
All das kostet aber extra. 494 000 Euro würde der Anleger samt Strom- und Wasserleitungen kosten. 20 000 bis 30 000 Euro niedriger wären die Kosten ohne die Herrichtung zur Aufnahme von Abwasser, heißt es aus der Verwaltung. Sie geht davon aus, dass die Gesamtsumme auf etwa 400 000 Euro gedrückt werden kann. Zudem würde das Abwasser auf den Schiffen häufig mit Chemikalien vorbehandelt, so dass es in die Kanalisation gar nicht einfließen dürfe.
Dennoch hat sich der Stadtrat entschieden, einen Zuschussantrag über die höhere Summe zu stellen. Für den zuvor geplanten Schiffsanleger flussaufwärts in Höhe des Spiel- und des Bouleplatzes hatte das Land eine Finanzierung von 50 Prozent zugesagt. Die Stadt muss also klarstellen, dass sie auch in dem neuen Vorhaben unterstützt wird.
Über Bord geworfen hatte die Stadt die vorherige Planung, da sich eine Bürgerinitiative (BI) gegründet hatte, die sich gegen den Standort und für die Einrichtung der Stromversorgung ausgesprochen hatte. Diese war nämlich damals wegen der Kosten nicht vorgesehen. Das wiederum führe dazu, dass die Schiffe ihre Motoren laufen lassen, um Strom zu erzeugen - und damit gleichzeitig Gestank und Lärm entstehen. Werner Krämer von der BI wertet die Entwicklung als Erfolg, befürchtet aber, dass sich der Neubau "noch lange hinzieht".
Geplant ist auch, den alten, beschädigten Schiffsanleger auf der Trarbacher Seite wieder instand zu setzen und mit einer Stromversorgung auszurüsten. uq