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Traben-Trarbacher lässt Früchte in Flaschen reifen

Traben-Trarbacher lässt Früchte in Flaschen reifen

Geistig-gehaltvolle Genüsse finden sich im Keller von Klaus Weinmann: Seit mehr als 25 Jahren lässt der Traben-Trarbacher Trauben und Birnen aus seinem Garten in Flaschen heranreifen und füllt sie dann mit Schnaps auf, der aus eigenem Obst gebrannt wurde.

Traben-Trarbach. Zwei Birnbäume stehen im Garten, und weiße und rote Esstrauben wachsen am und um das Haus des ehemaligen Stadtbürgermeisters. Daraus lässt er Schnaps brennen, "und natürlich zahle ich meine Brennsteuer", merkt der vitale Senior schmunzelnd an.

Stolz zeigt er die vielen Flaschen, in denen Williamsbirnen und Trauben hochprozentig eingelagert sind. "Die Früchte geben ihre Süße und ihren Geschmack auf den Schnaps ab", weiß Weinmann, der dem geistig-gehaltvollen Genuss jedoch nur gelegentlich zuspricht. Seine fruchtig gefüllten Flaschen sind längst begehrte Geschenke im Freundeskreis geworden.

Mit Bast befestigt Weinmann die Flaschen waagerecht an den Fruchtansätzen, und das Ganze wird wiederum von Drähten gehalten. Für die Trauben, die am Haus wachsen, muss er dazu auf die Leiter stiegen. "Das ist eine sehr diffizile Arbeit, dabei darf mich keiner stören". Ganz genau gilt es auch, den idealen Zeitpunkt für das Einhängen zu erwischen. "Ich muss warten, bis die Trauben die richtige Dicke haben und sicher sein, dass sie auch wachsen". Manchmal liegt nur ein Tag dazwischen, und die winzigen Träubchen passen schon nicht mehr durch den engen Flaschenhals.

Gefährlich sind auch Sturm und Regen, die die Buddeln beuteln und schon manchen Ast mitsamt der Flasche zu Fall brachten. "Wenn ich vier aufhänge und zwei durchkriege, bin ich zufrieden", merkt Weinmann an, der sein Steckenpferd weiterpflegen will, "solange es mir Spaß macht".