Traben-Trarbacher Schüler zu Gast in Italien

Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Deutschen und Italienern? Wie unterscheiden sich die Schulsysteme und Lebensweisen voneinander? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des neuen Schüleraustauschs am Gymnasium Traben-Trarbach.

 Eine Woche lang haben 18 Schüler in der Provinz Venetien die italienische Lebensart kennengelernt. Foto: David Bittner

Eine Woche lang haben 18 Schüler in der Provinz Venetien die italienische Lebensart kennengelernt. Foto: David Bittner

Traben-Trarbach/Montebelluna. Der Blick über den eigenen Tellerrand beziehungsweise über den eigenen Schulhof hinaus ist es, den die Schüler erhalten sollen. Internationale Austausche sind längst Tradition am Gymnasium Traben-Trarbach, ob mit Schulen aus Frankreich, Großbritannien, Italien oder Polen. "Reisen bildet", sagt Kajo Hammann, der die internationalen Beziehungen an der Schule pflegt und auch den neuen Austausch mit dem Liceo Angela Veronese in Montebelluna, rund eine halbe Stunde von Venedig entfernt, gemeinsam mit Schulleiter Heinz Herrmann ins Leben gerufen hat.

In einer ersten Phase dieser Partnerschaft reisten nun 18 Schüler aus der Jahrgangsstufe 11 nach Montebelluna und besuchten eine Woche lang die Schule. Untergebracht waren sie in italienischen Gastfamilien.

"Durch den intensiven Kontakt mit den Menschen dort kann man fremde Kulturen viel besser kennenlernen, als das als Tourist möglich wäre", erzählt Melissa Sonntag. Die Freundlichkeit und Herzlichkeit, mit denen man empfangen wurde, sind es, die Anna Hüllein und Melanie Moseler beeindruckt haben. Und die Kommunikation war auch kein Problem: "Es war für uns eine neue Erfahrung, sich eine ganze Woche in einer anderen Sprache - nämlich auf Englisch - zu verständigen", sagt Virginia Wirachowski.

Neben dem sprachlichen Aspekt spielte auch das "Lernen vor Ort" eine wichtige Rolle bei dieser Auslandsreise. So besuchten deutsche und italienische Schüler unter anderem den Dogenpalast in Venedig und die Scrovegni-Kapelle in Padua, die berühmt ist aufgrund ihrer Freskengemälde von Giotto. Vormittags nahmen die Traben-Trarbacher Schüler am Unterricht teil und stellten dabei Unterschiede zwischen beiden Schulsystemen fest: "Die Italiener haben jeden Mittag um 13 Uhr schulfrei, müssen dafür aber auch samstags in die Schule gehen", berichtet Franziska Gutenberger.

Ansonsten seien sich deutsche und italienische Jugendliche ähnlicher, als man das vielleicht denke: "Die jungen Italiener haben die gleichen Interessen wie wir, gehen zum Beispiel genauso gerne shoppen oder abends aus", meint Aline Knodt. Lediglich in der Esskultur habe man Unterschiede festgestellt: "Die Portionen, vor allem beim Abendessen, sind bei den Italienern wesentlich größer", findet Jasmin Mildenberger.

Wie die deutsche Lebensweise aussieht, davon können sich die Italiener nun in sechs Wochen ein Bild machen: Dann kommt die Gruppe aus Montebelluna zum Gegenbesuch nach Traben-Trarbach. red