Tradition im Wohngebiet

"Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden", dichtete einst Wilhelm Busch. Und dies, so möchte ich hinzufügen, vor allem in den Nachtstunden. Das traditionelle Wein- und Heimatfest, das erstmals in einem Wohngebiet in der Ortsmitte stattfand, war eine Nervensache der besonderen Art. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Pflege der Tradition und des Brauchtums in allen Ehren.

Aber muss dies unbedingt in quälende und nachtruhestörende Belästigung, zeitweilig bis in die frühen Morgenstunden ausarten? Der Veranstalter hat ohne vorherige Bürgerbefragung diese Umstände von vornherein offenbar völlig außer acht gelassen. Ist es Bedenkenlosigkeit, Ignoranz oder Desinteresse für die Belange der betroffenen Bürger, die dies als Ruhestörung erleben? Feste dieser Art sollten am Ortsrand veranstaltet werden, damit auch die berufstätigen Bewohner die dringend benötigte Nachtruhe finden. Das Argument, "dies sei in den umliegenden Moselgemeinden gang und gäbe" kann ich nicht gelten lassen; schließlich wurde diese Veranstaltung jahrzehntelang problemlos in der Nähe des Ortseingangs des staatlich anerkannten Erholungsortes Veldenz inszeniert. Wolfang Tilsner, Veldenz