Tradition in Arbeitskluft

Im endlich wieder größeren Festzelt der Schröter scheint die Stimmung beim "Zunftweinfest der Stadtschröter" ja gut gewesen zu sein. So langsam besinnt man sich offenbar der Traditionen und kommt zum Altbewährten zurück.

Nur bei den beiden Festumzügen, die zum einen die scheidende und später beim zweiten die neue Stadtweinkönigin der Bürgerschaft präsentieren sollen, lässt dann die Tradition wieder Federn. Da geht niemand als Vertreter der Stadt mit, kein Zunftmeister im vollem Festornat, niemand von der Winzerschaft ist zu sehen. Und die dann doch überraschend anwesenden beiden Schröter links und rechts der "Repräsentantin des Traben-Trarbacher Moselweins" schreiten in der "blau-weißen Arbeitskluft der Schröter" daher. Einer Weinmajestät eigentlich ziemlich unwürdig. Aber offenbar scheint die Zeit der Festumzüge vorbei zu sein. Bestes Beispiel für einen verkorksten und peinlichen Festumzug war dann der zum Moselweinfestival, den man mehr einen Trauerzug als eine Festumzug nennen konnte. Bei diesem kreativ verkürzten Umzug hatte man mangels Musikkappelle den Eindruck, das Moselweinfestival werde zur letzten Ruhe gebettet. Georg Bauer, Traben-Trarbach

Mehr von Volksfreund