Traditionswasser löscht durstige Kehlen
Bis Mitte der 70er Jahre sprudelte die Trarbacher Felsenquelle. In Traben-Trarbach und Umgebung war das Mineral- und Heilwasser als Durstlöscher bekannt und beliebt. Vor acht Jahren wurden anlässlich der Einweihung des Wellness-Centers in der Moseltherme noch einmal - sozusagen als Werbegag - 1500 Flaschen gefüllt. Inzwischen beträgt die Abfüllmenge rund 80 000 Flaschen pro Jahr.
Traben-Trarbach. Im Mai 1974 lief die letzte Flasche "Trarbacher Felsenquelle" vom Abfüllband. Eine lange Tradition ging damals zu Ende, und niemand hätte damals gedacht, dass das beliebte und schmackhafte Quellwasser noch einmal eine Renaissance erfährt.
29 Jahre später, im Mai 2003, wurden im Erlebnisbad Moseltherme die neuen Therapie- und Wellnessräume eingerichtet. Verbandsbürgermeister Ulrich K. Weisgerber hatte die Idee, noch einmal eine kleine Menge Tafelwasser aus der Wildstein-Therme abfüllen zu lassen, die Flaschen mit dem Original-Etikett zu versehen und jedem Besucher, der am Einweihungstag die Moseltherme besuchte, eine Flasche zu überreichen. Den Namen "Trarbacher Felsenquelle" ließ sich Weisgerber vom Deutschen Patent- und Markenamt registrieren. Die Traben-Trarbacher Weinkellerei Robert Heuser übernahm die Füllung. Eigentlich sollte es bei dieser einmaligen Sonderfüllung bleiben, doch die Traben-Trarbacher wollten mehr von "ihrem" guten Quellwasser.
Heuser nahm erneut die Abfüllanlage in Betrieb und war überrascht von dem Erfolg. 30 000 Flaschen konnte er im ersten Jahr absetzen, inzwischen sind daraus 80 000 im Jahr geworden. Die Menge ist, verglichen mit dem Ausstoß großer Sprudelmarken, minimal, ein großes Geschäft ist damit nicht zu machen. Doch für die Stadt ist es ein nicht zu unterschätzender Werbe-Effekt.
Vier verschieden etikettierte Flaschen
Alle Traben-Trarbacher Gastronomiebetriebe und Hotels führen die "Trarbacher Felsenquelle", auch einige bekannte Häuser außerhalb der Stadt bieten das Wasser ihren Gästen an.
Es ist inzwischen in vier Varianten zu haben. Heuser füllt das Quellwasser, das zunächst von 33 Grad auf etwa ein bis zwei Grad heruntergekühlt werden muss, in Flaschen mit vier verschiedenen Ausstattungen. Das mit Kohlensäure versetzte "Quellwasser aus der Wildstein-Therme" gibt es in einer grünen Flasche mit dem schwarz-rot-weißen Originaletikett, außerdem in weißen Flaschen, die auf dem Etikett farbige Jugendstil-Motive zeigen.
In Trarbach wurde auch Cola abgefüllt
Die heiße Quelle in Bad Wildstein ist seit 200 Jahren bekannt. Um sie zu Heilzwecken zu nutzen, wurde vor 125 Jahren ein Badehaus am Quellausgang eröffnet (der TV berichtete). In das einzige Heilbad an der Mosel reisten zahlreiche Menschen aus ganz Deutschland, und sie erfuhren Linderung und sogar Heilung ihrer Beschwerden.
Kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert hatte August Wehr mit der Abfüllung des Mineralwassers begonnen. Bis zu 20 Mitarbeiter arbeiteten in dem Abfüllbetrieb, der seine Kunden per Lastwagen direkt belieferte oder die Getränkefachfirmen der Region mit dem Wasser bediente. Ein deutscher Brausehersteller ließ sogar Afri-Cola und Bluna in Trarbach füllen. 1974 wurde der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.