Freizeit : Trailpark Erbeskopf eröffnet

Auf dem Erbeskopf ist am heutigen Sonntag der neue Trail der Mountainbiker seiner Bestimmung übergeben worden.

Grobe Stollen statt geschliffener Kanten, Bikes mit langen Federwegen statt Alpin-Skier und ein trockener, knüppelharter, brauner Wiesen-Parcours statt  verschneiter Wintermärchen-Romantik.  An der höchsten Erhebung des Landes, dem Erbeskopf, dominierten am Wochenende die Mountainbiker.

Nach dreijähriger Planungs- und Bauphase, unzähligen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden,  jede Menge Papierkrieg mit allen möglichen Behörden, aber auch dank der großzügigen Unterstützung der Kommunalpolitik und der zuständigen Zweckverbände ist am heutigen Sonntag der Trailpark Erbeskopf endgültig seiner Bestimmung übergeben worden.

Vorerst sind es noch zwei Routen,  sechs weitere sollen hinzukommen. Von leicht bis „schwarz“, also etwas für die absoluten Könner und Kenner. Ein Projekt, das, so waren sich alle Beteiligten einig, in Einklang mit dem Wintersportzentrum Erbeskopf, mit den Erfordernissen des Naturschutzes und damit auch dem dort beginnenden Nationalpark steht. Kurzum: Am Erbeskopf ist ein neues Eldorado für Mountainbiker im Südwesten Deutschlands in drei Jahren aus dem Hunsrücker Boden gestampft worden.

70 Öffnungs-Tage pro Jahre, so Till Dengel von der Erbeskopf Trailpark GmbH, dem Zusammenschluss einiger „Biker-besessener“ Privatiers aus dem nördlichen Saarland, seien den Mountainbikern zugestanden. „Wir öffnen nur an den Wochenend-Tagen, wollen im März beginnen und möglichst im Oktober unsere Saison beendet haben“, sagt Dengel, „auch damit wir den Wintersport-Leuten nicht in die Quere kommen.“

Der Bedarf einer solchen Freizeit-Einrichtung in der Hunsrück-Region ist offensichtlich vorhanden. „Wir hatten gestern schon an die 200 Leute da, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung. Viele aus der Szene waren einfach neugierig auf die neuen Strecken.

Das Vergnügen geht ähnlich vonstatten wie bei den Wintersportlern: Mit dem Schlepplift geht’s nach oben, von dort aus kann gewählt werden, welche Piste man nehmen möchte. „Gewisse Fertigkeiten und das Beherrschen des Bikes muss man schon mitbringen. Auch als Anfänger. Da kann sich nicht einfach jeder in den Hang rein stürzen“, betont Dengel.  Und ohne entsprechende Ausrüstung, ohne Integralhelm und Protektoren gehe „eh nix“, wie die Extrem-Radler selbst wissen.

Zwischen Bewunderung für diejenigen, die Sprunghügel und Kurvengeschlängel in Angriff nehmen sowie verbalem Schulterklopfen für die Initiatoren schwankte der Tenor der kurzen Eröffnungsrede von Marc Hüllenkrämer. Als  Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Chef des Zweckverbandes Thalfang gab er den Machern die besten Wünsche mit auf den Weg. „Ich bin froh, dass wir jetzt nach so vielen Jahren endlich sagen können: Es kann losgehen. Auch wenn Sie ja noch vielen Ausbauarbeit vor sich haben.“

Lobende Worte und gegenseitige Anerkennung fanden bei der Eröffnung Thalfangs Bürgermeister und Zweckverbands-Vorsteher Marc Hüllenkrämer und Till Dengel von der Trailpark Erbeskopf GmbH (Dritter und Vierter von links). Foto: TV/Jürgen C. Braun

Der Trailpark auf dem Erbeskopf sei nicht nur eine wunderbare neue Gelegenheit für die Mountainbiker, ihrem Hobby nach zu gehen. Er stelle auch eine zusätzliche Attraktion am Tor zum Nationalpark „und nicht mitten drin, wie viele befürchtet hatten“, dar.  Dass er selbst zur Feier des Tages eine Route mit dem Bike in Angriff nehmen würde, verwies er allerdings  ins Reich der Fabel: „Das würde ich mich nie trauen.“