Trauer hat viele Gesichter

Die Trauer ist das Gefühl, mit dem wir am wenigsten gut umgehen können. Einrichtungen wie Trauercafés sollen helfen und Betroffenen eine Anlaufstelle bieten.

Traben-Trarbach Nichts ist so sicher wie der Tod, heißt es im Volksmund. Auf den Tod eines Menschen im fortgeschrittenen Alter sind die Angehörigen meist vorbereitet, oft geht eine lange Zeit intensiver Pflege voraus. Manche trifft auch eine Krankheit in jungen oder mittleren Jahren, von der man weiß, dass sie nicht besiegt werden wird. Und schließlich gibt es noch die Fälle, mit denen wohl am Schwersten umzugehen ist, wenn ein geliebter Mensch von jetzt auf gleich sprichwörtlich aus dem Leben gerissen wird. Alle diese Situationen verändern das Leben derer, die zurückbleiben. Im Idealfall helfen jetzt die Familie, Freunde oder Arbeitskollegen, mit dem Verlust umzugehen. Doch manchmal sind diese mit der Situation überfordert und beginnen nach einer gewissen Zeit, dem Trauernden aus dem Weg zu gehen oder dem Thema die Aufmerksamkeit zu verweigern. In Trauercafés, wie dem in Traben-Trarbach des ökumenischen Netzwerkes unter der Leitung von Sibylle Morguet, geht man anders mit der Trauer um. Dieser Gesprächskreis, der jeden ersten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr unter dem Namen "Café Lebensreise" stattfindet, ist offen für jeden, der sich mit anderen Betroffenen austauschen möchte. Die Trauernden werden dabei von der ausgebildeten Trauerbegleiterin Sibylle Morguet und einem qualifizierten Team von sieben ehrenamtlichen Helfern unterstützt, die oft selbst durch einen Verlust zum Café gekommen sind und die dort erfahrene Hilfe und Unterstützung weitergeben möchten. So unterschiedlich wie das Sterben ist auch die Trauer. Deshalb wird im Café Lebensreise ebenso gelacht wie geweint, geschwiegen wie gesprochen. Betroffene können hier erfahren, dass der Tod auch durchaus Chancen für einen Neuanfang birgt oder dass es nach einer Zeit intensiver Pflege eines Angehörigen nicht verwerflich ist, dass man erst einmal so etwas wie Erleichterung statt Trauer verspürt. Damit die ehrenamtlichen Helfer den vielfältigen Schicksalen und Bedürfnissen adäquat begegnen können, werden sie in Traben-Trarbach durch die katholische Erwachsenenbildung geschult. Für den Austausch untereinander finden Supervisionen statt. Sibylle Morguet beobachtet mit Freude, dass auch immer mehr Männer das Hilfsangebot annehmen. Für sie ein sicheres Zeichen dafür, dass die Gesellschaft wieder lernt das Gefühl der Trauer als das anzuerkennen, was es ist, nämlich eine uns angeborene und natürliche Emotion, und auch die Toleranz, jeden so trauern zu lassen wie er es braucht, steigt.
Kontakt:
mail@sibylle-morguet.de
Ansprechpartner: Sibylle Morguet, 0176/34133590; Pfarrer Jörg-Walter Henrich, 06541/1566; Pfarrer Ingo Seebach, 06541 /817614, Pfarrer Mathias Hermes, 06542/2565

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