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Trauer, Zweifel und Hoffnung: Einkehrtag der Kolpingfamilien

Wittlich. Einen "Sonntagnachmittag mit Gott" haben die Mitglieder der Kolpingfamilien des Bezirks Mittelmosel in Wittlich verbracht. Dabei wurden auch kritische Fragen diskutiert.

Wittlich. Das Thema des Einkehrtags hatte der Leiter, Diözesanpräses Thomas Gerber, nach dem Roman "Die Hütte - ein Wochenende mit Gott" des kanadischen Autors William P. Young gewählt. Darin geht es um einen Mann, der einen Schicksalsschlag erfahren hat und an Gott zweifelt. Die Themen wurden im Rahmen eines Rollenspieles mit fünf Personen erläutert. Auch die hauptamtliche Diözesansekretärin im Trie-rer Kolping-Diözesanvorstand Julia Semmling arbeitete bei der Darstellung der Probleme im Rahmen des Spiels mit.
Gerber erklärt sich den Erfolg des Buches damit, dass der Autor anschaulich und einfühlsam die Dreifaltigkeit Gottes erklärt. Zudem werden viele grundsätzliche Fragen angesprochen, die sich wohl jeder gläubige Mensch schon einmal gestellt hat. "Wo ist Gott in einer Welt, die so voll ist mit unaussprechlichem Leid?"
Aufhorchen ließ die Feststellung, dass Gott "gegen unsere Systeme" ist. Daraufhin entwickelte sich eine Diskussion, dass sich dies ja dann auch gegen die besonders in der katholischen Kirche vorzufindende - möglicherweise übertriebene - Hierarchie wende. Auch wurde der Vorwurf diskutiert, ob Gott Schuld trägt oder es nicht verhindert hat, wenn beispielsweise Kinder missbraucht oder ermordet werden. Diözesanpräses Gerber meinte: "Dieses Buch nimmt dem Zweifler die Zweifel, dem Traurigen die Trauer, es gibt dem Hoffnungslosen neue Hoffnung."
Traditionell wurde der Kolping-Einkehrtag mit Teilnehmern aus den Kolpingfamilien Bernkastel, Wittlich, Daun, Zell und Bullay mit einer Messe in der St.-Markus-Kirche beendet. red