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Treffpunkt für Nachbarn steht zur Debatte

Treffpunkt für Nachbarn steht zur Debatte

Soll die Stadt Wittlich auf ihrem Grundstück in der Händelstraße einen familiengerechten Nachbarschaftsplatz errichten? Die Verwaltung sagt Nein und argumentiert: Erstens sind die Kosten zu hoch, zweitens gibt es in der Nähe einen Spielplatz, der diese Funktion abdecken kann.

Wittlich. Draußen sein, spielen, sich treffen und unterhalten: Dafür gibt es zwischen Wohnblocks auf privatem Grund und Boden oft keinen Platz. Mit etwas Glück gibt es aber einen öffentlichen Spielplatz in der Nähe, den jedermann kostenlos nutzen kann.
Ein solcher liegt im Bereich Talweg/Beethovenstraße. Er ist kleiner geworden, weil ein Teil des Geländes mit der Erweiterung der Kindertagesstätte am Talweg überbaut worden ist. Rund 300 Meter weiter liegt Gelände brach. Es geht um 1000 Quadratmeter in städtischem Besitz. Ringsum stehen Wohnblocks. Darin leben viele Familien mit Kindern, viele mit Migrationshintergrund. Für sie wünscht sich Ali Damar, Die Linke-Stadtrat, einen familiengerechten Nachbarschaftsplatz. Vor etwa drei Jahren hat er ihn erstmals gefordert. Im Mai hat er seinen Wunsch erneuert und dazu Unterschriften von 44 Bewohnern vorgelegt. Die Argumente: Die Kinder brauchen Platz, die Erwachsenen Gelegenheit zum "sozialen Austausch".
Das unbebaute Grundstück, jetzt eine Rasenfläche mit ein paar Bänken, einst ein Verkehrserziehungsplatz und davor schon einmal als Spielplatz vorgesehen, sei dafür geeignet, beides zu ermöglichen (der TV berichtete).
Bürgermeister Joachim Rodenkirch hat sich das Gelände angesehen und die Verwaltung beauftragt, den Wunsch zu prüfen. Das Ergebnis liegt jetzt vor, als Beschlussvorschlag für den Sozialausschuss: "Die Errichtung eines familiengerechten Nachbarschaftsplatzes im Bereich Händelstraße/Friedrichstraße wird abgelehnt."
Die Argumente sind zusammengefasst: Eine "grobe Kostenschätzung hat ergeben, dass die Errichtung des beantragten Nachbarschaftsplatzes rund 26 200 Euro Netto kosten würde. Hierin nicht enthalten sind Kosten für die erforderlichen Erd- und Grünarbeiten, die abhängig von der Eigenleistung der Anwohner wären."
Außerdem wird auf die Nähe zum Spielplatz verwiesen: 270 Meter oder drei bis vier Minuten Fußweg. Der sei zwar verkleinert worden, aber "qualitativ weitestgehend erhalten" geblieben, steht in der Beschlussvorlage. sos
Die Sozialausschusssitzung am heutigen Mittwoch, 14. November, ist öffentlich. Sie beginnt um 18 Uhr im Stadthaus, Schloßstraße 11.