Treffpunkt Landwirtschaftsschule

MORBACH. (urs) Nachdem sich ein Team gefunden hat, das die Vorarbeit für eine Morbacher Chronik übernimmt, gibt es erste Erfolge. Im Laufe dieses Monats sollen sich interessierte Bürger davon selbst überzeugen können.

Über zu wenig Arbeit können die Mitglieder des Teams Morbacher Chronik nicht klagen. Immer wieder erhalten sie Fotos, die einzuscannen und einzuordnen sind, oder Beiträge von Bürgern. "Wir haben etliche Bilder bekommen und auch viele Texte", freut sich Ortsvorsteher Hans Jung über die breite Unterstützung. Interessierte sollen sich daher bald einen ersten Überblick verschaffen können, was bisher an Zeitdokumenten vorliegt und wie weit die Chronik gediehen ist. Info-Wochenende in der ehemaligen Landswirtschule

Im Laufe des Monats wird es ein Info-Wochenende in der ehemaligen Landswirtschule geben. Am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Januar, kann dort jeder vorbei- schauen. Neben einer Ausstellung über die Geschichte Morbachs sind an beiden Tagen Vorträge geplant. Und zwar am Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr. "Die Bewirtung übernimmt der Mühlenverein, so dass das, was erwirtschaftet wird, der Chronik zugute kommt", betont Jung. In den ansonsten ungenutzten Räumen des Gebäudes, in dem auch das Deutsche Telefon-Museum untergebracht ist, laufen derzeit die Fäden zusammen. Hier wird alles zusammengetragen, was es an Informationen über Morbach gibt. Seien es Bücher wie das über die Ortskernsanierung oder Bände des Kreisjahrbuches, in denen Beiträge erschienen sind, die für die Chronik verwandt werden könnten. Wichtig sind auch die vielen Kopien von Zeitungsartikeln, alten Dokumenten, Handwerker-Rechnungen oder einer unvergessenen Büttenrede. Aufmerksamkeit erregen zudem Fotos, wie das vom früheren Arbeitsdienstlager in der Gartenfeldstraße oder Aufnahmen von Jahrgangstreffen, bei denen dann geraten werden darf, wer wo zu sehen ist. Nicht weniger interessant sind Gebäude wie das ehemalige Schwesternheim oder schlichtere Häuser, die aber Geschichten erzählen. Mittlerweile sind die Vorarbeiten thematisch verteilt. Die Themen Brandschutz, Wasserversorgung und Urkataster hat Morbachs Kämmerer Berthold Staudt übernommen, der auch die zahllosen Fotos digitalisiert und archiviert. Dr. Fritz Schellack, Leiter des Hunsrück-Museums Simmern, kommt eine völlig andere Aufgabe zu. "Mein Job ist der, das alles zusammenzuführen", erklärt Schellack, der für mehr als zehn Chroniken verantwortlich zeichnet. "Das fällt einem Außenstehenden leichter", weiß er aus Erfahrung. Abgesehen davon geht Schellack der Ortsgeschichte ab 1815 auf den Grund, also der Zeit von "Preußens Gloria" sowie während der Weltkriegs- und NS-Zeit. Ein weiterer Experte in der Runde ist Dr. Klaus-Peter Decker, pensionierter Archivar des Fürsten zu Ysenburg und Büdingen. Der aus Morbach stammende Historiker konzentriert sich auf die Zeit von der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes bis zur französischen Zeit bis 1815. Ein Spezialgebiet, das nicht nur Morbacher interessieren dürfte, hat Hermann Catrein übernommen: Er will über den Bau der Bahn und der Hunsrückhöhenstraße berichten.

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