Trennung, Streit und Depressionen

Trennung, Depressionen und Ängste: Das sind Probleme, bei denen die Lebensberatung hilft. Knapp 1800 Menschen haben im vergangenen Jahr die Angebote der Lebensberatung Wittlich in Anspruch genommen. Die meisten brauchen individuelle Hilfe. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht hervor.

Wittlich. 1205 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im Jahr 2015 die Beratungsangebote der Lebensberatung Wittlich in Anspruch genommen. Einer von ihnen war Oliver (Name von der Redaktion geändert). Der Achtjährige spielt gerne Fußball, Hausaufgaben hingegen macht er nicht gerne. Doch seit sich seine Eltern fast täglich streiten und sein Vater der Mutter vorwirft, sie sei schuld daran, dass "ihr" Sohn so schlecht in der Schule sei, strengt er sich an. Er hat Schuldgefühle und Angst. Auch, weil sein Vater auf dem Sofa schläft und seine Mutter ihm keinen Abschiedskuss mehr gibt. Für Kinder wie Oliver und ihre Familien bietet die Lebensberatung Wittlich eine individuelle Beratung an — vor, während und nach einer Trennung. Außerdem steht die Lebensberatung als Ansprechpartner in weiteren Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensfragen zur Verfügung. Zusätzlich zu den Beratungsangeboten nahmen 571 Menschen an weiteren Angeboten der Lebensberatung wie Elternkursen, offenen Sprechstunden und Weiterbildungen teil. Das geht aus dem jetzt vorliegenden Jahresbericht 2015 hervor. Die wichtigsten Themen bei Erwachsenen: Bei Erwachsenen sind Belastungen durch kritische Lebensereignisse, depressive Verstimmungen/Depressionen, Selbstwertproblematik und eine dysfunktionale - gestörte - Interaktion die wichtigsten Themen. Die Bewältigung von Trennungen ist der fünfthäufigste Grund für eine Beratung. Auffallend ist, dass in den Altersklassen der 19- bis 59-Jährigen mehr als doppelt so viele Frauen im Gegensatz zu Männern die Lebensberatung Wittlich aufsuchen. Die Gesamtzahl der in Anspruch genommenen Leistungen im Jahr 2015 beträgt 488. Die durchschnittliche Beratungsdauer pro abgeschlossenem Fall ist im Vergleich zum Vorjahr von 6,3 Stunden auf 7,5 Stunden gestiegen. Themen bei Jugendlichen: Trennung, Scheidung sowie Partnerschaftskonflikte der Eltern sind die häufigsten Gründe für Kinder und Jugendliche, Unterstützung bei der Beratungsstelle zu suchen. Die Hilfesuchenden leiden laut Jahresbericht unter den Spannungen, der wegbrechenden Stabilität und den Veränderungen in der Familie. Sie haben Schuldgefühle, starke Ängste, resignieren oder verhalten sich auffällig. 54 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen leben nicht in ihrer Ursprungsfamilie, also bei ihren leiblichen oder Adoptiveltern. Neben der individuellen Beratung bietet die Lebensberatung auch Selbsthilfegruppen für Kinder und Jugendliche aus Trennungs- und Scheidungsfamilien sowie für Eltern an. Das Team: In der Beratungsstelle Wittlich arbeiten zwei Psychologen, zwei Sozialpädagogen, eine Sozialarbeiterin und eine Verwaltungsangestellte. Hilfesuchende können kostenlos Unterstützung in Anspruch nehmen. Die Gesamtkosten für Fachpersonal, Verwaltung und Sachmittel betragen rund 280 000 Euro pro Jahr. Träger der Lebensberatung Wittlich ist das Bistum Trier, das im vergangenen Jahr mit knapp 129 000 Euro 46 Prozent der Kosten finanzierte. Hinzu kommen Zuschüsse von rund 98 000 Euro vom Landkreis Bernkastel-Wittlich und rund 52 000 Euro vom Land Rheinland-Pfalz. redInfos gibt es bei der Lebensberatung Wittlich, Kasernenstraße 37, 54516 Wittlich, unter Telefon 06571/4061, per E-Mail an lb.wittlich@bistum-trier.deund unterlebensberatung.info