1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Treppe am Wittlicher Schlossplatz wird teurer

Stadtbild : Treppe am Wittlicher Schlossplatz wird teurer

(will) Erst umstritten, jetzt wird sie (nochmals) teurer: die Treppe am Wittlicher Schlossplatz. Dabei geriet schon die Auftragsvergabe zu einem kleinen Marathon, denn nicht direkt wurde ein Unternehmen gefunden, das das Projekt realisieren konnte, wollte oder durfte.

Denn nach der ersten öffentlichen Ausschreibung der Treppensanierung – die Leistungsbeschreibung wurde durch das beauftragte Planungsbüro BGHplan in Trier erstellt – lagen keine gültigen Angebote vor. Die Ausschreibung sei anschließend erneut beschränkt ausgeschrieben worden, erklärte Werkeleiter Lothar Schäfer in der zurückliegenden Sitzung des Wittlicher Bau- und Verkehrsausschusses. Auch bei der erneuten Ausschreibung lag kein gültiges Angebot vor. Daher wurden die Leistungen wiederum öffentlich ausgeschrieben – und schließlich ein Anbieter gefunden. Es haben vier Angebote vorgelegen, von denen eines jedoch wegen Formfehlern nicht gewertet werden durfte. Das Angebot der Bauunternehmung Weinsberg war von den drei gültigen das Günstigste. Aber es liegt um 23 Prozent über der Kostenschätzung des beauftragten Planungsbüros BGHplan, das rund 130 000 Euro für das Projekt veranschlagt hatte. Jetzt werden laut Angebot knapp 162 000 Euro fällig.

Die Neugestaltung der Schlossplatztreppe hatte für Diskussionen gesorgt. In einer ersten Planung sollte dort ein Balkon entstehen, die Treppe abgerissen werden. Damals kalkulierte Kosten: rund 83 000 Euro. Nachdem viele Wittlicher sich beschwert hatten und der Wittlicher Heimatforscher Willi Waxweiler sich mit einer Eingabe an die Stadt gegen den Abriss der Treppe in der Oberstadt und den Bau eines Balkons an dieser Stelle gewehrt hatte, wurde für den Erhalt der Treppe entschieden. In Eingaben darf jeder Bürger schriftlich Anregungen und Beschwerden aus dem Bereich der örtlichen Verwaltung an den Gemeinde- oder Stadtrat richten.

Erneuert werden muss die „Spanische Treppe von Wittlich“, wie Waxweiler sie damals nannte, allerdings trotzdem, da sie marode ist, ihre Stufen unterschiedlich hoch sind und das angrenzende Gebäude durch das Bauwerk Schäden genommen hat.

Mit dem nun vergebenen Auftrag zur Sanierung der Treppe liegt man also fast genau doppelt so hoch wie einst mit den kalkulierten Kosten für deren Abriss und den Bau eines Balkons stattdessen.