Tricksen wird provoziert

Der Fall Petra Jung stimmt nachdenklich. Sie arbeitet halbtags, ihr Lebensgefährte ist arbeitslos gemeldet und bekommt Unterstützung. Doch nicht nur er, sondern auch sie wird zum Gespräch bei der Arge eingeladen.

Die Wut darüber ist verständlich. Wie weit soll Verantwortlichkeit für den Partner gehen - zumal eine eheähnliche Gemeinschaft gegenüber dem Staat lediglich Pflichten, aber keine Vorteile bringt? Dass Paare versuchen zu tricksen und die eheähnliche Gemeinschaft leugnen, wird da geradezu herausgefordert. Es stellt sich aber auch die Frage: Hat die Arge nichts Besseres zu tun, als sich um solche Fälle zu kümmern, die augenscheinlich nicht zu den dringendsten gehören? Das ist bei den hohen Fallzahlen gerade im Kreis kaum vorstellbar. Oder geht es generell darum, die Menschen so zu nerven, dass sie auf jeden Fall etwas an ihrer Situation ändern wollen? Das Nerven hat bei Petra Jung geklappt, ihre Situation ändern wollte sie aber ohnehin. m.maier@volksfreund.de