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Trierer Sängerin Kerstin Bauer veröffentlicht ersten eigenen Song

Musik : Videodreh auf dem Hoxeler Viadukt: Trierer Sängerin mit erstem eigenen Song

Kerstin Bauer ist zurück in der Heimat – und bringt ihren ersten eigenen Song inklusive Musikvideo mit. Das wurde in Hoxel gedreht.

Eine Frau mit Lockenpracht läuft über die stillgelegten Gleise des Hoxeler Viadukts. Ihr Ziel: Die andere, unbekannte Seite der Brücke erreichen. Dort wartet ihr neues, verändertes Leben. „Jeder neigt dazu, in seinem Bereich zu bleiben, dabei sind Veränderungen positiv und wichtig“, sagt die Trierer Sängerin und Video-Protagonistin Kerstin Bauer. Ihre Botschaft hat sie in ihren ersten eigenen Musiktitel gepackt. „Bridge“ (deutsch: Brücke) heißt der kraftvolle Popsong, der am Freitag mit professionellem Musikvideo über verschiedene Streaming-Plattformen und die sozialen Medien veröffentlicht wurde.

Der Song Schon als Teenager habe sie Songs geschrieben, ihre Ideen jedoch immer wieder verworfen, erzählt Kerstin Bauer. Dieses Mal ist sie drangeblieben und mit dem Ergebnis zufrieden: Ihr aktueller Lieblingssong ist ihr eigener. „Ich kann mir vorstellen, dass einige überrascht sein werden“, vermutet die 31-Jährige. Denn mit ihrem Debüt begibt sie sich in eine für sie ungewöhnliche Stilrichtung: Statt wie bei ihren Konzerten von einem Piano, Orchester oder einer Rockband wird ihre glockenklare Stimme diesmal von dröhnenden Synthesizern, Streicher-Pizzicato und Chorgesang untermalt. Die Melodie ist einfach, geht schnell ins Ohr und lädt zum Schnipsen und Mitwippen ein (zum Tanzen ist der Song zu langsam). Spätestens beim mehrstimmigen Chorgesang in der Bridge kommt dann aber doch die anspruchsvolle Sopranistin raus, wenn es heißt: „Es gibt eine Brücke, die mich auf die andere Seite bringt.“

Hintergrund Kerstin Bauers Projekt wird mit einem Projektstipendium der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur gefördert. Gerade in Corona-Zeiten sei sie als Künstlerin dankbar für diese Unterstützung, sagt die Sängerin. Der Kontakt zum Publikum gehe mehr und mehr verloren. Mit dem Song möchte sie ihre Fangemeinde in der konzertfreien Zeit über das Internet erreichen. Vor allem will sie aber Mut machen. „Wir sollten uns trauen, eine Brücke zu überqueren, von der wir noch nicht wissen, wohin sie uns führt“, sagt Bauer. Ihr Lied ist daher mit zahlreichen Mutmacher-Passagen gespickt: „Schein dein Licht“, „Sei, wer du sein willst“, „Beginne ein neues Kapitel“, heißt es in englischer Sprache.

Musikvideo Passend zum Lied hat sie ein professionelles Musikvideo in spektakulärer Kulisse drehen lassen: Alle Szenen entstanden auf dem Eisenbahnviadukt bei Hoxel in 42 Metern Höhe. „Das war cool! Ich hab vorher noch nie ein Musikvideo gemacht, von daher war das eine aufregende Sache“, erzählt sie. Für das Video zur Single hat die Künstlerin ihr funkelndes Bühnenoutfit gegen T-Shirt, Jeans und Sneaker getauscht. Auch optisch also ein Kontrastprogramm zu der Kerstin Bauer, die virtuos Opernarien von Mozart oder Verdi singt und sich dabei gerne in Pumps und Paillettenkleid präsentiert. „Ich liebe meine Glitzerkleider, aber in meinem Song soll sich jeder wiederfinden können, daher Jeans und T-Shirt“, begründet sie. Ihre Botschaft richtet sie an alle, denn: „Jeder kann im Kleinen oder Großen etwas verändern, um zufriedener zu sein“, findet Bauer.

Werdegang Dazu gehöre auch, offen zu bleiben für die Dinge, die sich im Laufe des Lebens böten, sagt die Sängerin. Diese Devise zieht sich wie ein roter Faden auch durch Kerstin Bauers Lebenslauf: Trier, Hetzerath, Köln, New York, Oberhausen und seit wenigen Wochen wieder Trier – ihre Ausbildung und Engagements brachten für die Musikerin viele Ortswechsel mit sich. Und auch die Musikgenres, die sie bedient, sind vielfältig: Klassik, Pop, Rock und Musical. Gerade diese Abwechslung mache ihren Beruf so spannend. Die 31-Jährige ist aber nicht nur Sängerin, sondern auch Gesangslehrerin aus Leidenschaft – an der Karl-Berg-Musikschule der Stadt Trier. Sie liebt es, ihre Schüler dabei zu unterstützen, ihr Talent zu entfalten und Fortschritte zu begleiten. „Es freut mich, wenn ich merke, dass die Arbeit fruchtet“, sagt sie. Während ihrer Zeit in Oberhausen hat sie auch einen Chor geleitet. Das könne sie sich für die Zukunft in Trier ebenfalls vorstellen.

Pläne Ihr nächstes Ziel ist aber erst einmal, weitere Songs zu schreiben und zukünftig vielleicht sogar ein ganzes Album zu veröffentlichen. Sie sagt: „Da möchte ich jetzt dranbleiben.“

Der Song „Bridge“ kann seit Freitag über die gängigen digitalen Plattformen heruntergeladen werden, zum Beispiel über iTunes, Amazon Music und Spotify. Das Musikvideo wird auf Youtube und Facebook veröffentlicht. Alle Infos zum Song unter kerstin-bauer.com