Trinkvergnügen wie selten

Auch wenn sich an am Gault Millau Weinführer immer wieder Diskussionen entzünden, bleibt er dennoch die "Bibel der Winzer". Die Ausgabe 2010 stellt der Mosel ein glänzendes Zeugnis aus, auch wenn der Winzer des Jahres, die Kollektion des Jahres, der Aufsteiger des Jahres und die Entdeckung des Jahres nicht aus dem hiesigen Anbaugebiet kommen.



Überragend ist das Ergebnis beim Riesling-Kabinett und bei den feinherben Rieslingen. Unter den jeweils zehn am höchsten bewerteten Weinen aus dem Jahr 2008 sind gleich acht aus dem Anbaugebiet Mosel. Was für ein Resultat! Es ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil Kabinett und in zunehmendem Maße auch feinherber Riesling Abnehmer finden. Das dürfte zwei Gründe haben: Zum einen ist wegen der Wirtschaftskrise bei manchen Weinfreunden, vor allem im Ausland, der Geldbeutel nicht mehr so weit geöffnet. Zum anderen war 2008 ein klassisches Jahr für diese beiden Weinsorten, die zu vielen Anlässen passen. Sehr gut schneidet die Mosel auch in zwei weiteren Domänen ab. Bei den Spätlesen sind vier Rieslinge unter den besten zehn, bei den Auslesen sind es sogar sieben. Besser kann die Ausnahmestellung des Rieslings nicht dokumentiert werden.

Und seine Lagerfähigkeit auch nicht. Die Gault Millau-Tester haben auch noch einmal die Spätlesen des Jahres 1999 probiert, die vor zehn Jahren die höchsten Noten bekamen. Ergebnis hier: Sieben kommen von der Mosel.

Und noch etwas heben die Autoren hervor: Die Mosel legt auch bei den trockenen Weinen zu. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die gleichen Leute den Winzern rieten, die Hände vom trockenen Riesling zu lassen.

Die Autoren verhehlen gleichwohl nicht, dass es 2008 auch Probleme gab — speziell bei den Winzern, die ihre Trauben zu früh ernteten. Doch insgesamt böten die 2008er ein Trinkvergnügen wie selten. Na dann, frohe Weihnachten, ihr qualitätsbewussten Winzer! ca/dr