Trost in der Trauer

Mediziner und Experten aus dem Gesundheitssystem haben im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Wittlich über das Thema Organspende diskutiert. Auch Vertreter von Islam und katholischer Kirche sind dabei zu Wort gekommen.

Wittlich. Unsicherheit und Aufklärungsbedarf zum Thema Organspende sind in Deutschland groß. Experten aus Gesundheitswesen und Religion haben deshalb bei einer Podiumsdiskussion im St.-Elisabeth-Krankenhaus zum Thema Organspende Stellung bezogen.
Frank Reis, Koordinator der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) erläuterte dabei den zeitlichen Ablauf einer Spende und erklärte die im Prozess beteiligten Stellen und Helfer. Chefärzte des Krankenhauses beantworteten zudem Fragen über die Feststellung des Hirntods eines Patienten - der medizinischen Voraussetzung für eine Organspende. So muss der Hirntod von zwei unabhängigen und erfahrenen Ärzten festgestellt werden. Die ethische Dimension dieser Regelung verdeutlichten Canan Azak, Ärztin und Muslimin und Krankenhauspfarrer Bernhard Schork. Einig waren sich die Vertreter der christlichen und islamischen Religionsgemeinschaften darüber, dass die Spende eines Organs, wenn es der Rettung des Lebens eines anderen dient, ein Akt der Nächstenliebe sein kann - keinesfalls aber eine Pflicht sei.
Erfahrungen aus dem Leben



Zum Abschluss hatte die Frau eines Organspenders Gelegenheit über den letzten Willen ihres verstorbenen Mannes zu berichten. "Bei aller Trauer war es für mich auch tröstlich", beschrieb sie. "Denn seine Organe haben, wie er es wollte, anderen Menschen das Leben gerettet.So ist er wenigstens nicht umsonst gestorben" Mehr als 90 Prozent der Angehörigen wissen oft nicht um den Willen der Verstorbenen zur Organspende, erklärte Frank Reis abschließend. Er ergänzte: "Wer sich der Frage nach einer möglichen Organspende stellt und eine Antwort für sich findet, sollte das im Familienkreis kommunizieren."
Am Ende der Diskussion stand fest: Die Entscheidung für oder gegen eine Spende kann einem niemand abnehmen. Jeder muss sie für sich gemäß seines Glaubens und seiner Überzeugung treffen, sollte sie aber nicht vor sich herschieben. red

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