Trotz Defizits optimistisch

LIESER. Während es mit der seit etlichen Jahren in Lieser geplanten Einsegnungshalle in diesem Jahr Ernst werden könnte, dürfte der Ausbau des Weges hinter dem Schloss wohl noch etwas auf sich warten lassen.

Gut Ding braucht Weile. Aus dieser Perspektive betrachtet, kann der seit Jahren geplante Bau einer Einsegnungshalle auf dem neuen Friedhof von Lieser nur gelingen. Bereits 2002 hatte die Gemeinde das im aktuellen Haushalt mit 113 000 Euro veranschlagte Projekt als dringend eingestuft. Doch allmählich scheint Ortsbürgermeister Gerhard Stettler tatsächlich Land zu sehen. "Wir haben die Hoffnung, dass es vielleicht in diesem Jahr klappt", spricht er den für die Realisierung benötigten Zuschuss an. Während sich die Lieserer mit diesem Vorhaben schon so lange in Geduld üben, ist bereits das zweite größere Wunschprojekt der Gemeinde in aller Munde. Durch den Ausbau eines bisher unbefestigten Weges, der hinter dem Schloss vorbei zum Neubaugebiet hinauf führt, erhofft sich der Ort eine Entlastung der Dorfmitte. Mit dem Neubaugebiet ist nämlich auch das Verkehrsaufkommen in den beiden Hauptverkehrsadern Pauls- und Hochstraße gewachsen. Für das Mehr an Verkehrssicherheit muss die Gemeinde voraussichtlich 140 000 Euro an Ausbaukosten zahlen. Abgesehen von diesen beiden Projekten sieht der Vermögenshaushalt mit einem Volumen von 473 000 Euro lediglich noch 20 000 Euro für den Kauf von Ausgleichsflächen im Wohngebiet Paulsberg vor. Ansonsten fließen 200 000 Euro in die Tilgung von Krediten. Die derzeitigen Schulden - 231 500 Euro per 31. Dezember 2006 - liegen mit 188 Euro pro Kopf deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 369 Euro. Für die Umsetzung der Investitionen wäre ein neuer Kredit von 179 000 Euro erforderlich. Was Stettler zu diesen ermutigt, ist die positive Entwicklung, die sich allmählich im Verwaltungshaushalt abzeichnet. Zwar weist der Etat mit Einnahmen von 843 700 Euro und 1 071 200 Euro Ausgaben erneut ein dickes Defizit von 227 500 Euro aus. Doch darin enthalten ist eine Altlast aus 2005, die allein mit rund 177 500 Euro zu Buche schlägt. Während sich das Minus des laufenden Jahres folglich auf 50 000 Euro reduziert, wird das Vorjahresdefizit wohl von 98 000 Euro auf 60 000 Euro schrumpfen."Allmählich verlassen wir das Tal der Tränen"

Auslöser sind diverse Einsparungen, vor allem aber höhere Einnahmen bei Gewerbe- und Einkommensteuer (gegenüber 2005 ein Plus von 17 300 Euro beziehungsweise 16 600 Euro). Für Stettler ein Zeichen, "dass wir doch das Tal der Tränen allmählich verlassen." Zumal auch für 2007 höhere Einnahmen erwartet werden. So darf sich die Gemeinde auf mehr Schlüsselzuweisungen freuen und bei der Einkommensteuer mit einem Plus von 12 300 Euro rechnen. Außerdem macht sich die Reduzierung der Verbandsgemeindeumlage um 3,9 Prozent in Lieser mit 25 300 Euro bemerkbar, die der Gemeinde mehr zur Verfügung stehen.