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Eisenbahn
Trotz Gleisabbau – Freie Bahn für Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald

 In Hermeskeil wurden unlängst Gleise abgebaut.
In Hermeskeil wurden unlängst Gleise abgebaut. FOTO: TV / Patrick Pandel
Morbach/Thalfang/Hermeskeil. Die DB Netz AG hat zwischen dem Saarland und Hermeskeil Schienen demontiert. Eine Touristenbahn von Osten kommend in Richtung Hermeskeil bleibe davon jedoch unberührt, sagen Eisenbahnaktivisten. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Bereits vor einigen Wochen sorgte eine Nachricht für Aufregung in den Kreisen der regionalen Eisenbahnfreunde: Die deutsche Bahn Netz AG, die für das Schienensystem zuständig ist, baue die stillgelegten Gleise der Hunsrückbahn ab. Nach Angabe der Grünen im Mainzer Landtag geschehe dies ohne Genehmigung. Grünen-Sprecherin Jutta Blatzhein-Roegler sprach von „einem Skandal“.
Die Interessengemeinschaft Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald weist nun in einer Pressemitteilung darauf hin, dass das Thema Nationalparkbahn von diesem Gleisabbau nicht betroffen ist. Die Bahn-Aktivisten bemühen sich, gemeinsam mit vielen politischen Verantwortlichen darum, den vom Osten kommenden Abschnitt über Morbach und Thalfang bis Hermeskeil zu reaktivieren. Eine Touristenbahn könnte dann Besucher aus dem Rhein-Main-Gebiet CO2-neutral in die Nationalparkregion bringen.

Bei dem demontierten Gleisabschnitt handelt es sich indes um einen vier Kilometer langen Streckenabschnitt von der saarländischen Landesgrenze nach Hermeskeil (Kreis Trier-Saarburg). Dieser Abschnitt ist seit Oktober 2014 bis nach Türkismühle im Saarland stillgelegt.

Patrick Pandel, Sprecher der Interessengemeinschaft Nationalparkbahn weist darauf hin, dass neben dem Streckengleis in Richtung Türkismühle bis zur Landesgrenze Saarland/Rheinland-Pfalz auch im Bahnhof Hermeskeil die beiden Rampengleise 10 und 11 sowie die Gleise 23 und 25 zur Holzverladung demontiert worden seien. Pandel: „Wir bedauern den Abriss der Gleise natürlich sehr. Allerdings möchten wir auch klarstellen, dass unsere Bemühungen zum Projekt ,Nationalparkbahn’ davon unberührt bleiben.“

Bereits vor den Abbaumaßnahmen an der Hochwaldbahn habe die Interessengemeinschaft ihre Pachtanfrage bei der DB Netz AG über den Abschnitt Morbach-Thalfang hinaus bis nach Hermeskeil erweitert. Pandel: „Trotz der Einschnitte im Bahnhof Hermeskeil halten wir an der erweiterten Pachtanfrage fest und möchten den Streckenabschnitt Morbach-Thalfang-Hermeskeil übernehmen. Zu konkreten Ergebnissen sollte es bis zum Herbst dieses Jahres kommen.“

Dafür gebe es auch gute Gründe: Die Stadt Hermeskeil sei mit etwa 6500 Einwohnern ausgewiesenes Mittelzentrum und bilde das Bindeglied der Nationalparkregion mit der Stadt Trier. Auch historisch sei die Strecke interessant. Durch den Bau der Bahnstrecken nach Trier (1889 fertiggestellt), Türkismühle (1897 fertiggestellt) und Simmern (1903 fertiggestellt) war der Bahnhof Hermeskeil einst ein Eisenbahnknotenpunkt. Das ehemalige Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe und Lokschuppen zeugt noch davon und gilt im Hunsrück als einmalig. Heute beherbergt es das Dampflok-Museum.

Der nächste Termin der Eisenbahnfreunde: Informationen und Diskussionen rund um die Nationalparkbahn, aber auch über die Eisenbahn allgemein. Jeder Interessierte ist eingeladen, ob Mitglied oder nicht spielt keine Rolle. Gerne kann er auch eigene Themen und Berichte einbringen. Man freut sich auf einen kurzweiligen Abend. Ort: Vereins-Wagen Bahnhof Morbach (Laderampe). Man trifft sich am Donnerstag, 2. Mai, ab 18 Uhr.