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Trumps Einreiseverbot bremst Wein-Kontakte

Corona : Wie Donald Trump die Winzer ausbremst

Die 30-tägige Einreise-Sperre in die USA für Bürger des Schengen-Raums wirkt sich auch auf die Winzer an der Mosel aus, erläutert Dirk Richter, Vorsitzender des Weinausschusses der Kammer in Mülheim.

Es sind nicht nur die Strafzölle der USA, die den Winzern jetzt zu schaffen machen, sondern auch die fehlende Kontaktpflege für die nächsten 30 Tag. Die US-Regierung hat ab Freitag eine Einreisesperre für Bürger des Schengen-Raums verhängt, um eine Ansteckungswelle mit dem Corona-Virus hinauszuzögern. Ausgenommen sind Irland und Großbritannien.

„Unser Weingut exportiert zirka ein Drittel in die USA und es gibt viele weitere Winzer an der Mosel, die ebenfalls dorthin verkaufen,“ erklärt Dirk Richter. Dabei sei die Kontaktpflege zu den Händlern wichtig, denn das amerikanische System habe eine Besonderheit. „Sie können nicht direkt in die USA verkaufen, sondern müssen die Reihenfolge Exporteur - Großhändler - Einzelhändler - Kunde einhalten und mit all diesen Geschäftspartnern Kontakte pflegen“, sagt Richter. Hintergrund dieser langen Folge von Zwischenhändlern sei die Zeit der Prohibition (Alkoholverbots) in den 1920er Jahren, als der Alkoholverkauf stark reglementiert worden sei. Man könne auch kein Weinpaket an Privatkunden in die USA senden.

Deshalb wirke sich das Reiseverbot für die nächsten 30 Tage direkt auf den USA-Handel aus. „Es hagelt momentan Absagen aus Amerika und aus Großbritannien, viele Messen fallen sowieso aus. Das potenziert sich,“ sagt Richter. Was den asiatischen Markt betreffe, entspanne sich die Lage wiederum.

Langfristig mache die USA den Winzern an der Mosel ebenfalls zu schaffen. „Rund 60 Prozent des deutschen Weins, der in den USA getrunken wird, kommt von der Mosel,“ sagt Richter. Der neuerdings verhängte Strafzoll der USA über 25 Prozent beeinträchtige ebenfalls den Handel. Die Kosten dafür würden sich in der Regel der Weinerzeuger und der Exporteur teilen. Oftmals würden dann eher preisgünstige Weine verkauft, um die Kosten niedrig zu halten. „Damit behalten unsere Winzer ihren Platz im Regal oder auf der Getränkekarte von amerikanischen Restaurants,“ sagt Richter.