Turm und Todeseisenbahn

Gleich drei seiner Filme hat der Wittlicher Filmemacher Bruno Thelen zu einer Vorführung mit in die Stadtbibliothek gebracht: "Die Todeseisenbahn" über den Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Thailand und Burma während des Zweiten Weltkriegs, "Ein Turm erzählt - 300 Jahre Wittlicher Stadtgeschichte" und "Tempus fugit - Die Zeit vergeht" über die Turmuhr der Markuskirche.

Wittlich. "Ich bin eine hässliche Brücke, aber sehr bekannt, denn ich führe über den Fluss Kwai", so beginnt der Film über die Todeseisenbahn. Bruno Thelen, der diese und zwei weitere seiner Produktionen bei einem Filmabend in der Stadtbibliothek Wittlich vorstellt, wollte die wahre Geschichte des Baus der Brücke und der dazugehörigen Eisenbahnlinie von Thailand nach Burma erzählen. Denn der Spielfilm "Die Brücke am Kwai", der auch diese Brücke zum Thema hat, geht seiner Meinung nach "in seiner künstlerischen Freiheit sehr weit.
Persönliche Note


In "Die Todeseisenbahn" zeichnet er nach, wie hunderttausende Menschen ihr Leben ließen und welche unmenschlichen Qualen die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter durch die schwere Arbeit mit wenig Nahrung und extremen Wettersituationen leiden mussten.
Durch einen Zeitzeugen, den er in Den Haag befragen konnte, bekommt der klar strukturierte Film, der auf Effekthascherei verzichtet, eine persönliche Note. Mit "Ein Turm erzählt" aus dem Jahr 2009 geht es regional weiter. Er handelt von Wittlichs Stadtgeschichte der vergangenen 300 Jahre. In Wittlich Premiere hat an diesem Abend der Streifen "Tempus fugit - Die Zeit vergeht", der die Geschichte der alten Turmuhr beleuchtet - wie stolz die Wittlicher damals auf ihre Uhr waren, die mit 2000 Talern so teuer wie ein Haus war und die die Stadt sich trotzdem leistete. Sie war ein Zeichen der gesellschaftlichen Ordnung. Und sie bestimmte den Tagesrhythmus der Menschen. Bis 1911 tat sie ihren Dienst, heute ist sie im Turmmuseum zu sehen. chb