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TV-Leser haben einige Ideen für die Gestaltung der Betonwand an der Burg-Landshut

Stadtentwicklung : Umstrittenes Gedicht: TV-Leser haben viele Ideen

Die Betonwand an der Burg Landshut in Bernkastel-Kues soll auf jeden Fall künstlerisch gestaltet werden.

Soll ein Gedicht  des Schweizer Lyrikers Eugen Gomringer die Betonwand an der Burg Landshut in Bernkastel-Kues zieren? Diese Frage, die auf einem Vorschlag von Gerhard Lenssen aus Bernkastel-Kues beruht, hat der TV seinen Lesern gestellt. Wie berichtet (TV vom 17./18. Februar) wird das Gedicht  „Alleen/Alleen und Blumen/Blumen/Blumen und Frauen/Alleen/Alleen und Frauen/Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“ (deutsche Übersetzung), das an einer Wand der Alice Salomon Hochschule in Berlin prangt, übermalt. Der Allgemeine Studierendenausschuss hat es als sexistisch und frauenfeindlich eingestuft. Der Hochschul-Senat  hat sich dem Druck gebeugt.

Hier die ersten Reaktionen und Vorschläge aus der Region: „Das Gedicht ist ein sehr mystisches. Ich finde es schade, dass es an der Berliner Universität verschwinden soll“, schreibt Ursel Schloeder-Weck aus Neumagen-Dhron. Und weiter: „Ich bin von der Idee von Gerhard Lenssen begeistert. Lassen wir die etwas überdimensionale Betonwand an der Burg Landshut doch mit Gomringers Gedicht in neuem Glanz erscheinen.“

Uwe Praus aus Wehlen will den Bezug zur Burg erhalten. Er schlägt als Inschrift die zweite Hälfte der ersten Strophe des Moselliedes „Hoch preis ich mit vollem Pokale“ vor. Die lautet: „Stolz ragen die Burgen und grüßen und reden von uralter Zeit, grüngoldig die Mosel zu Füßen im ewigen Jugendkleid.“

In Anlehnung an die Gliederung des Gomringer-Gedichts schlägt Lutz Reichardt aus Traben-Trarbach folgende Verse vor: „Fachwerk/Fachwerk und Wein/Wein/Wein und Moselblümchen/Fachwerk/Fachwerk und Moselblümchen/Fachwerk und Wein und Moselblümchen und ein begeisterter Tourist.“ Wobei das Moselblümchen wegen seines Inhalts, eines Mädchens oder einer Frau, für manche Zeitgenossen schon wieder sexistisch sein könnte.

Der Vorschlag von Gerhard Lenssen greife für eine Stadt wie Bernkastel-Kues, in der es viele Nationalitäten gebe, zu kurz, schreibt Hans-Jürgen Marx (Wittlich). „Eine solche Wand würde sich hervorragend für einen Hinweis auf die allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN eignen.“ Sein Vorschlag: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“

Gerda Kiesgen aus Veldenz denkt an Nikolaus Cusanus, den Kardinal, Philosophen und berühmtesten Sohn der Stadt. „Das Gute liegt doch so nah“, sagt sie. Und. „Ein Spruch von ihm wäre eine ganz tolle Sache.“