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TV-Leser reagieren auf Einkaufserlebnis in Wittlicher Innenstadt

Große Resonanz auf Selbstversuch : TV-Leser reagieren auf Einkaufserlebnis in Wittlicher Innenstadt

TV-Volontärin Patricia Prechtel wollte in der Wittlicher Innenstadt shoppen und fand heraus, dass das Angebot für jüngere Menschen relativ überschaubar ist. Viele Volksfreund-Leser haben darauf in den sozialen Netzwerken reagiert.

Der Selbsttest von TV-Volontärin Patricia Prechtel zum Einkaufen in der Wittlicher Innenstadt („Wie modisch ist die Innenstadt?“, TV vom 15. Mai) schlägt im Internet hohe Wellen. Viele Leser des TV-Online-Auftritts volksfreund.de kommentierten den Artikel in den sozialen Netzwerken oder wendeten sich per Mail an den TV. Viele stimmten den Erfahrungen der TV-Volontärin zu, aber es gab auch andere Stimmen.

Worum ging es? Patricia Prechtel  wollte sich als junge Frau von Kopf bis Fuß modisch aktuell einkleiden und besuchte mehrere Geschäfte in der Wittlicher Innenstadt.  Parkplätze und Cafés fand sie in ausreichender Zahl. Aber das Angebot an Kleidung hatte ihre Erwartungen nicht ganz erfüllt.

Zwar gebe es kleinere und größere Geschäfte für jüngere und ältere Damen. Das Angebot, das sie an diesem Tag vorfand, war aber eher – für jüngere Frauen – im hochpreisigen Sektor oder aber mehr für ältere Frauen. Für ihr Budget war das Angebot demnach aus ihrer subjektiven Sicht zu beschränkt. Außerdem sei das Angebot für Männer erweiterungsfähig.  Sehr gute Noten gab es hingegen für die Freundlichkeit des Personals in den einzelnen Boutiquen.

Nach Auskunft der Wittlicher Stadtverwaltung gibt es in der Wittlicher Innenstadt  insgesamt 16 Geschäfte, die Kleidung anbieten. Sie verteilen sich auf die Burgstraße, Neustraße, Trierer Straße, Karrstraße, Schloßstraße und Feldstraße.

Mehr als 50  TV-Leser kommentierten den Facebook-Post der Redaktion: „Dass man in Wittlich gute Klamotten kaufen konnte, ist lange her“, „Lacher des Tages!“, „Tja, ich kaufe im Bungert, Pech für die Innenstadt“, „Die Fußgängerzone war schon tot, als es noch kein Internet gab“ sind nur einige der Kommentare. Eine Leserin findet eine plausible Erklärung: „Wenn nicht alle Pfennigsfuchser wären und die lokalen Geschäfte unterstützen könnten, würden man mehr Geschäfte in der Stadt haben. Aber die meisten Leute haben die Mentalität, dass man es eh woanders billiger bekommt und unterstützen lieber den Großhandel anstatt die Familien, die in der Innenstadt ein Geschäft haben. Bis alles weg ist und dann wird gejammert.“

Per E-Mail meldete sich aber auch eine Leserin aus Wittlich, die ihren Namen nicht nennen will und anderer Meinung ist. Wittlich habe „Flair und grenzenlosen Charme“, schreibt die junge Frau. Natürlich, es gebe es auch Teile, welche durchaus schöner gestaltet sein könnten. „Allerdings gibt das neu gestaltete Lieserufer zu erkennen, dass sich etwas tut. Zudem haben die Läden in Wittlich aus ihrer Sicht teilweise ein Alleinstellungsmerkmal. „In der Innenstadt finden sich sehr schöne Geschäfte, welche in dieser Form nicht in Städten wie Trier oder Köln zu finden sind“, schreibt sie. Der größte Teil dieser Boutiquen sei inhabergeführt und dadurch individuell. Es fände sich etwas für jedes Alter und auch für jedes Budget. Die im Artikel beschriebene Freundlichkeit des Personals bejaht sie. „Sobald ich eines dieser Geschäfte betrete, werde ich freundlich begrüßt und adäquat beraten. Es wird ein Service angeboten, den es im Onlinehandel nicht zu finden gibt.“ Viele Kunden führen lieber in eine größere Stadt oder bestellten im Internet, dadurch würden sie die Innendstadt gar nicht mehr besuchen. „Aber machen sich diese Personen Gedanken darüber, warum es in der Stadt so viele Leerstände gibt? Wahrscheinlich nicht.“ Die Rechnung ist „ganz simpel“ aus ihrer Sicht. „Umso mehr Kunden ihre Artikel im Internet kaufen, umso mehr Leerstände gibt es.“